Forschende am Kantonsspital St.Gallen finden neuen Ansatz gegen Hirntumore

25 Mai 2023 09:32

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St.Gallen - Internationale Wissenschaftler unter Leitung des Kantonsspitals St.Gallen haben neue Forschungsansätze für die Bekämpfung von bösartigen Hirntumoren entwickelt. Bakterielle Peptide könnten in der Krebsmedizin eine wichtige Rolle spielen.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Kantonsspitals St.Gallen arbeitet an einem erfolgversprechenden Konzept zur Behandlung von Hirntumoren. Das Wissenschaftsmagazin „Nature“ hat die Ergebnisse vorgestellt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

Das Forschungsprojekt fokussierte auf den bösartigen Tumor Glioblastom, der trotz intensiver Bekämpfung zurückkehre. Die Wissenschaftler konnten kleine Eiweissfragmente in Bakterien (Peptide) nachweisen, die von Hirntumoren auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert werden. Neu sei die Erkenntnis, dass die Peptide „auch vom Immunsystem erkannt werden und eine Immunreaktion gegen den Tumor auslösen“, wird Dr. Marian Christoph Neidert, der stellvertretende Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und einer der Leiter des Forschungsvorhabens, in der Mitteilung zitiert.

Die Forschung kennt seit Jahren den „Zusammenhang zwischen der Ansprechrate auf bestimmte Arten von Immuntherapien gegen Tumoren und der bakteriellen Zusammensetzung der Darmflora“, heisst es. Kürzlich sei der Nachweis von Bakterien gelungen, die bei vielen Tumorarten innerhalb des Tumors vorkommen – das sogenannte Tumor-Mikrobiom.

Unter Mikrobiom wird die Gesamtheit der Mikroorganismen im menschlichen Körper zusammengefasst. Sie steuern massgeblich die Prozesse im gesunden menschlichen Körper und beeinflussen Krankheiten. ce/heg

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