Europas Länder investieren 12 Prozent mehr in Raumfahrt

20 Juli 2026 15:10

Partner

Swissmem SSIG

Paris - Die öffentlichen Investitionen in den Raumfahrtsektor sind in Europa 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent gestiegen. Gleichzeitig verzeichneten europäische Raumfahrtunternehmen das zweithöchste Jahresergebnis jemals. Das geht aus dem aktuellen Bericht der ESA zur Weltraumwirtschaft hervor.

(CONNECT) Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat den Weltraumwirtschaftsbericht 2026 vorgelegt. Er bietet einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen im europäischen Weltraumsektor. Dies soll politische Entscheidungsträgerinnen und -träger ebenso wie die Industrie und Interessengruppen über den aktuellen Status und sich abzeichnende Trends inner- und ausserhalb Europas informieren.

Wie die ESA in einer Mitteilung ausführt, richtet der Bericht seinen Fokus auf Europa. Beleuchtet werden im Rahmen der globalen Entwicklungen im Raumfahrtsektor die europäischen Haushalte, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, der Marktzugang und die Nachfragebedingungen. Zudem beschreibt der Bericht die Kernindikatoren, die die Branche direkt beeinflussen.

So tätigten Regierungen weltweit öffentliche Investitionen in Höhe von 119 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 entspricht das einem leichten Rückgang um 3 Prozent. In Europa stiegen dagegen die Raumfahrtbudgets um 12 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Damit wuchsen dort die öffentlichen Ausgaben für die Raumfahrt zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder zweistellig. Als Hauptgrund nennt die ESA die erhöhten nationalen Verteidigungsausgaben Deutschlands.

Der vorgelagerte Markt für Raumfahrzeugherstellung wird mit einem Volumen von 75 Milliarden Euro beziffert. Hier konnten europäische Generalunternehmungen Marktanteile zurückgewinnen. Sie erreichten weltweit 10 beziehungsweise 65 Prozent ihres zugänglichen Marktes. Der Markt für nachgelagerte Produkte und Dienstleistungen, dessen Wert von mit rund 490 Milliarden Euro angegeben wird, ist überwiegend kommerziell. Dort kamen Dienste für globale Navigationssatellitensysteme auf einen Marktanteil von 77 Prozent, wobei 19 Prozent der weltweiten Nachfrage aus Europa stammten.

Weltweit stiegen die privaten Investitionen in die Raumfahrt um 60 Prozent. Vor allem geht dies auf einen Anstieg der Aktivitäten in den USA um 177 Prozent zurück. Europäische Raumfahrtunternehmen sammelten im gleichen Zeitraum 1,4 Milliarden Euro an privaten Investitionen ein. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr zwar einen Rückgang von 8 Prozent, ist aber dennoch das zweithöchste jemals verzeichnete Jahresergebnis. ce/mm

Meinungen

Ältere Ausgaben