Europa kann Kreislaufwirtschaft für Textilien schaffen

17 Mai 2024 14:51

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Circ. Economy

Brüssel - Zero Waste Europe hat einen Plan zur Förderung von Kreislaufwirtschaften im europäischen Modesektor veröffentlicht. Das neueste Kapitel des Plans erläutert, wie die Verwendung von Giftstoffen in Textilien reduziert und gleichzeitig die Wiederverwendung von Materialien gefördert werden kann.

Die europäische Textilindustrie hat schädliche Chemikalien, kohlenstoffhaltige Kunstfasern und Mikroplastik in die Umwelt freigesetzt, während sie sich zu langsam auf die Reparatur, die Wiederverwendung und Aufbereitung von Materialien in der Kreislaufwirtschaft konzentriert, so die Umweltschutzorganisation Zero Waste Europe.

Jetzt hat die in Belgien ansässige Gruppe das zweite Kapitel ihrer Vision für die Textilindustrie veröffentlicht, in dem sie zeigt, wie eine kreislauffähige, textilfreie europäische Industrie und weltweite Lieferketten geschaffen werden können.

Das im Mai veröffentlichte Kapitel skizziert die Hindernisse, die der Kreislaufwirtschaft heute im Wege stehen, bietet Lösungen an und gibt Empfehlungen für neue europäische Politiken zur Förderung nachhaltigerer Textilien, die die Gewinnung von Neumaterialien reduzieren, die Umweltverschmutzung verursachen und Treibhausgase ausstossen und den Klimawandel verursachen.

In der Zusammenfassung des Kapitels wird erläutert, wie die Staats- und Regierungschefs der EU schädliche Chemikalien in Textilien verbieten, zertifizieren, dass die Rohstoffe biobasiert sind, wirtschaftliche Anreize für die Wiederverwendung von Materialien einführen, die Vorschriften für die Ausfuhr von Textilabfällen verschärfen, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern, und ein Minimum an wiederverwendeten Materialien in Produkten vorschreiben sollten.

Die Forschenden von Zero Waste Europe erläutern auch die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft im europäischen Textilsektor. Der lokalen Wirtschaft fehlen die Kapazitäten, um Textilien in grossem Umfang aufzubereiten. Die Produkte sind nicht für das Recycling ausgelegt. Die Unternehmen haben nicht in einen geschlossenen Kreislauf investiert, der die Materialien wieder aufnimmt.

In dem Kapitel wird weiter darauf hingewiesen, dass die aus Europa exportierten Gebrauchttextilien auch erhebliche Umweltauswirkungen auf die importierenden Entwicklungsländer haben.

Im ersten Kapitel der Reihe wurde beschrieben, wie ohne signifikante Reformen der Anteil des Modesektors an der weltweiten Umweltverschmutzung zunehmen würde. ce/jd 

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