Ethos betont Notwendigkeit des regulatorischen Rahmens
29 Juni 2026 12:27
Partner
(CONNECT) Die Ethos Stiftung sieht Fortschritte auf dem Weg börsenkotierter Schweizer Unternehmen auf dem Weg in die Nachhaltigkeit. So ist der Frauenanteil in den Verwaltungsräten von 172 Unternehmen im Swiss Performance Index (SPI) von 28,8 Prozent im Vorjahr auf 30,4 Prozent 2026 gewachsen. Das geht laut einer Mitteilung aus der Ethos-Studie zu den Generalversammlungen 2026 hervor. Laut der Mitteilung steigt auch der Anteil der Unternehmen mit einer verbindlichen Abstimmung über ihren Nachhaltigkeitsbericht. Haben sich 2024 erst 54,1 Prozent der Unternehmen für eine verbindliche Abstimmung entschieden, waren es 2026 bereits 65,9 Prozent.
Ethos weist aber auch auf die Schwächen hin. So wiesen 78 börsenkotierte Unternehmen einen Frauenanteil auf, der unter den gesetzlich vorgeschriebenen 30 Prozent liegt. 22 Unternehmen haben gar keine Frau in ihren Verwaltungsrat geholt.
Zudem wachsen die Vergütungen der CEOs. Die Vergütungen der CEOs der 20 Unternehmen im Swiss Market Index (SMI) sind in den vergangenen fünf Jahren um 28,8 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt verdienten sie nun 8,8 Millionen Franken. Es bestehe nun die Gefahr von Exzessen wie in den USA, schreibt Ethos. Das Aktionariat wehre sich, die durchschnittliche Zustimmungsquote zu den Vergütungsberichten liege bei nur noch 87,5 Prozent. Aber es brauche solide regulatorische Leitplanken.
„Unsere Studienergebnisse zeigen es: Die Selbstregulierung funktioniert bei den Vorzeigeunternehmen, stösst aber bei wandlungsresistenten Unternehmen an ihre Grenzen“, wird Vincent Kaufmann in der Mitteilung zitiert. „Investierende brauchen verlässliche und qualitativ hochwertige Informationen, um Finanzströme in eine nachhaltige Wirtschaft umzulenken. Jetzt ist nicht der Moment, die Regeln zu lockern“, so der Direktor der Ethos Stiftung. ce/ug