ETH will Mondinneres mithilfe von Glasfasern verstehen
24 März 2026 12:27
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(CONNECT) Forschende der ETH prüfen, ob Glasfasern dazu taugen könnten, den Mond flächendeckend zu überwachen. Dazu könnte diese dünnen und sehr leichten Fasern von einem Mondfahrzeug auf der Mondoberfläche ausgelegt werden. Wie es in einer Mitteilung heisst, funktionieren diese Kabel wie Tausende winziger Sensoren, die jede Erschütterung durch Mondbeben, Meteoriteneinschläge oder Mondlandungen registrieren. Zum Team dieser Studie unter der Leitung von ETH-Professor Johan Robertsson zählen auch internationale Partner wie das Los Alamos National Laboratory im US-Bundesstaat New Mexico.
Für ihre Untersuchung nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die sogenannte Distributed Acoustic Sensing (DAS)-Technologie. Dabei sendet ein Laser Lichtpulse durch ein Glasfaserkabel. Winzige Unregelmässigkeiten in der Faser streuen das Licht, was mit einem Messgerät aufgezeichnet wird. Seismische Wellen verändern die Lichtstreuung. Die Zeitverzögerung der Signale zeigt, wo im Kabelnetz die Bewegung aufgetreten ist. Auf der Erde wird die DAS-Technologie bereits genutzt, um Erdbeben und Erdrutsche zu überwachen oder die Wanderungen von Walen in den Ozeanen nachzuverfolgen.
„Glasfasersensorik könnte unser Verständnis des Mondes, seines Inneren, seiner Lavaröhren, seiner Landeplätze und seiner Wasserressourcen stark erweitern“, wird Prof. Robertsson zitiert. „Wir halten es sogar für möglich, dass wir mit Glasfasern auf dem Mond Gravitationswellen detektieren, die die Eigenmoden des Mondes anregen“. Eigenmoden oder Schwingungsmuster werden durch seismische Ereignisse wie Beben angeregt und liefern Informationen über das Innere des Planeten. Für das Team der ETH Zürich ist die aktuelle Forschung den Angaben zufolge Teil eines umfassenderen Projekts zur Entwicklung von neuen Sensortechnologien. ce/mm
