ETH hat 2023 mehr Professorinnen als Professoren berufen

18 April 2024 11:53

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Zürich - Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) zieht in ihrem aktuellen Geschäftsbericht eine sehr erfolgreiche Bilanz des Jahres 2023. Erstmals wurden sogar mehr Frauen als Männer auf der Stufe der Professur eingestellt.

Die ETH hat ihren Geschäftsbericht 2023 veröffentlicht. Mit 6050 Abschlüssen, Top-Platzierungen in den internationalen Hochschulranglisten und 43 neuen Ausgliederungen zieht sie eine sehr erfolgreiche Bilanz. Zudem seien 31 neue Professorinnen und Professoren berufen worden und erstmals lag die Frauenquote hier bei über 50 Prozent. 18 von 31 der Stellen auf der Stufe Professur sind an Frauen gegangen. Damit sei das Ziel eines Frauenanteils von 40 Prozent bei Neuanstellungen in diesem Bereich übertroffen worden, heisst es. Neben ihrem Grundauftrag in Lehre, Forschung und Wissenstransfer habe die ETH zwei nationale Forschungsinitiativen mitlanciert: die Koalition für grüne Energie & Speicherung und Swiss AI.

Jedoch könnten diese Leistungen mit der in der BFI-Botschaft 2025-2028 (Bildung, Forschung, Innovation) vorgesehenen jährlichen Budgetsteigerung um 1,2 Prozent künftig nicht mehr erbracht werden, heisst es in einer Medienmitteilung. „Wir leben im Moment von den frei verfügbaren Reserven, die aber Ende 2025 vollständig aufgebraucht sein werden", so der Vizepräsident für Finanzen und Controlling, Stefan Spiegel.

Die Teuerung werde dem ETH-Bereich nicht ausgeglichen und die Sparvorgaben des Bundes belasteten zusätzlich. Tatsächlich sei ein jährliches reales Budgetwachstum von 2,5 Prozent notwendig. Die ETH ist laut Präsident Joël Mesot „an einem Punkt angelangt, wo wir das anhaltende Studierendenwachstum bei real betrachtet stagnierendem Budget nicht mehr ohne Qualitätseinbussen in Lehre und Forschung meistern können“.

Daher prüft die Hochschule derzeit folgende Massnahmen: Einführung einer Studienplatzbeschränkung, einen Anstellungsstopp, die Einstellung ganzer Forschungsbereiche und Studiengänge und eine Reduktion oder leistungsgerechte Verrechnung von Dienstleistungen an den Bund wie Erdbebendienst, Hochleistungsrechner und Cybersicherheit. Jedoch erachtet Mesot „angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen wie beispielsweise der akute Fachkräftemangel“ einschneidende Massnahmen wie diese „als einen zu hohen Preis für kurzfristige Sparmassnahmen“. ce/mm

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