ETH-Forschende untersuchen Prozess der Milchbildung

30 Juni 2025 14:08

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Innovation Zürich

Zürich - Eine Gruppe von Forschenden an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) will ergründen, wie Muttermilch entsteht. Die Forschenden um um Marcy Zenobi-Won haben dafür im 3D-Druck winzige Nachbildungen von milchbildendem Brustgewebe entwickelt.

(CONNECT) Eine Gruppe von Forschenden der ETH um Marcy Zenobi-Wong, Professorin für Gewebetechnologie und Biofabrikation, ist dem Prozess der Bildung von Muttermilch auf der Spur. Sie haben dafür aus Zellen aus menschlicher Muttermilch und Material aus dem Eutergewebe von Kühen mit Hilfe von volumetrischen Bioprinting winzige Nachbildungen von milchgebendem Brustgewebe entwickelt, informiert die ETH in einer Mitteilung. Beim volumetrischen Bioprinting wird eine Flüssigkeit mittels Laserlicht gezielt an ausgewählten Stellen ausgehärtet.

Im Laborversuch hat das Gewebe noch keine Muttermilch aber einige typische Milchbestandteile produziert. „Wir haben erste Bestandteile nachgewiesen, aber Milch besteht aus Hunderten Komponenten, darunter auch komplexe Zuckerarten, Proteine, Fette, Immunzellen und lebende Mikroorganismen“, erläutert Zenobi-Wong in der Mitteilung. „Als Nächstes wollen wir die Milchproduktion im Modell steigern – das lässt sich über den 3D-Druck steuern.“

Mit dem von den Forschenden entwickelten Modell lassen sich milchbildende Zellen erstmals unter kontrollierten Bedingungen beobachten und gezielt beeinflussen. „Ich kenne mittlerweile viele Frauen, die Schwierigkeiten beim Stillen hatten“, wird Amelia Hasenauer, Doktorandin bei Zenobi-Wong und Erstautorin der Studie in der Mitteilung zitiert. „Unser Modell könnte eines Tages helfen, Antworten zu finden.“ Die beiden Forscherinnen wollen mit ihrer Arbeit zudem zur besseren Sichtbarkeit von Aspekten weiblicher Biologie beitragen. ce/hs

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