ETH-Forschende gewinnen seltene Erden aus Elektroschrott

10 Juli 2024 10:13

Partner

Circ. EconomyInnovation Zürich

Zürich - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben ein Verfahren gefunden, das Seltenerdmetall Europium effizient aus alten Leuchtstofflampen zu extrahieren. Die aktuell entwickelte Methode könnte zu einer effizienteren Wiederverwendung dieser wichtigen Metalle führen.

Forschende vom Laboratorium für Anorganische Chemie der Eidgenössischen Technische Hochschule Zürich (ETH) haben ein einfaches und effizientes Verfahren entwickelt, um das Seltenerdmetall Europium aus verbrauchten Leuchtstofflampen zurückzugewinnen. Laut einer Mitteilung sehen die Forschenden mit ihrem neuen Ansatz Lampenabfälle als zukünftige urbane Minen für Europium. Die Methode ist dabei wesentlich effizienter als alle herkömmlichen zur Gewinnung von Seltenerdmetallen aus Mineralerzen. Das an der ETH entwickelte Trennverfahren soll künftig auch auf weitere Seltenerdmetalle wie etwa Neodym und Dysprosium erweitert werden.

Ermöglicht wird diese neue Technologie durch ein anorganisches Molekül, das in Enzymen als Bindungsstelle für Metalle dient. Die sogenannten Tetrathiometallate dienen dabei als Liganden für die Trennung von Europium aus den alten Leuchtstofflampen. Das neuartige Trennverfahren soll laut Mitteilung nicht nur wesentlich effizienter als alle bisherigen Rückgewinnungsmethoden sein. „Unser Recycling-Ansatz ist deutlich umweltfreundlicher als alle herkömmlichen Methoden zur Gewinnung von Seltenerdmetallen aus Mineralerzen“, wird Victor Mougel, Professor am Laboratorium für Anorganische Chemie der ETH in der Mitteilung zitiert. Bisher werden seltene Erden in Europa kaum wiederverwertet. In der EU liegt die Rückgewinnungsrate von Seltenerdelementen unter 1 Prozent. „Es braucht dringend nachhaltige und unkomplizierte Methoden zur Trennung und Rückgewinnung dieser strategischen Rohstoffe aus unterschiedlichen Quellen“, so Mougel weiter.

Die Forschenden, deren Ergebnisse aktuell in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ nachzulesen sind, haben ihre Technologie bereits patentiert und planen für eine künftige Vermarktung ein Start-up namens Reecover zu gründen. ce/eb

Meinungen

Ältere Ausgaben