Chatbots sind nur bedingt gute Ernährungsberat

22 August 2024 14:49

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Stuttgart/Karlsruhe - GhatGPT und Gemini können Ernährungspläne erstellen, die gesünder als die durchschnittliche Ernährung von Menschen sind. Tendenziell geben sie jedoch zu wenig Kalorien und zu viel Protein vor. Dies zeigen Forschungen der Universität Hohenheim und des Max Rubner-Instituts.

Forschende der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Max Rubner-Instituts in Karlsruhe haben die Qualität von durch Künstliche Intelligenz (KI) generierten Ernährungsplänen untersucht. Generell seien die Vorschläge der Chatbots ChatGPT und Gemini gesünder als die durchschnittliche Ernährung, erläutert die Universität Hohenheim in einer Mitteilung zur Studie. Eine professionelle Ernährungsberatung könnten sie jedoch nicht leisten.

Die Forschenden haben insgesamt 108 Ernährungspläne für eine fiktive weibliche Person erstellen lassen. Dabei wurde die Ernährungsweise zwischen omnivor, vegetarisch und vegan variiert und mit unterschiedlich komplexen Chatanfragen gearbeitet. Beide Chatbots lieferten unabhängig von der Komplexität der Prompts unterschiedliche Mahlzeitenvorschläge mit ähnlichen Ergebnissen bei den Nährstoffgehalten.

Im Durchschnitt wurden zu wenig Energie, Kohlenhydrate und Vitamin D und bei den Ernährungsplänen mit Fleisch zu viel Protein empfohlen. „Die KI-Chatbots scheinen den aktuellen Trend zur High-Protein-Ernährung aufzugreifen“, wird Maren Podszun vom Fachgebiet Biofunktionalität der Lebensmittel der Universität Hohenheim in der Mitteilung zitiert. „Die eher kleinen Portionsgrössen und der niedrige Kaloriengehalt“ könnten zudem „mit der Zeit zu einem unbeabsichtigten Gewichtsverlust führen“.

Bei veganer Ernährung haben die Forschenden gravierende Fehler gefunden. So wurde die Supplementierung des nur in tierischen Produkten vorkommenden Vitamins B12 von beiden Chatbots vernachlässigt, Gemini baute in seine Vorschläge gar tierische Produkte ein. „Wer sich restriktiv, also zum Beispiel vegan ernährt oder an Unverträglichkeiten leidet, sollte sich nicht auf die Chatbots verlassen“, rät Podszun. ce/hs

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