Bundesrat will keine zusätzliche Förderung für chemische Energiespeicher
24 Juni 2026 13:30
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(CONNECT) Der Bundesrat hat laut einer Mitteilung am 24. Juni den Bericht „Potenzial von Power-to-X als Beitrag zur Versorgungssicherheit“ gutgeheissen. Der Bericht ist eine Antwort auf ein Postulat der Kommission Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates.
Der Bericht vergleicht die Förderstrategien von Japan, Korea, Singapur und Thailand, die bereits die Speicherung erneuerbarer Energien in chemischen Speichern wie Wasserstoff und anderen Trägern (Power-to-X) fördern. Er zeigt die bestehende Zusammenarbeit der Schweiz in diesem Bereich mit den Nachbarländern auf und geht auf bisherige Formen der Förderung ein. So hat der Bundesrat 2024 eine Wasserstoffstrategie verabschiedet. Die in der Schweiz geltende einschlägige EU-Verordnung sieht die steigende Beimischung synthetischer Treibstoffe im Luftverkehr vor.
Der Bericht lehnt aber eine weitergehende Förderung ab. Langfristig könnten Power-to-X-Produkte zwar zur saisonalen Energiespeicherung beitragen. „Aufgrund hoher Kosten, Effizienzverluste und fehlender Speicherinfrastruktur werden sie bis 2035 jedoch nur eine ergänzende Rolle in der Energieversorgung spielen.“ Für eine Produktion im Inland werde auch langfristig die erneuerbare Stromproduktion kaum ausreichen.
Das Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network SPIN begrüsst in einer Mitteilung den Bericht. Es lehnt aber die Annahme ab, dass Umwandlungsverluste und fehlende Infrastruktur ein Problem darstellten. Denn die Power-to-X-Produkte könnten im Ausland auch dort hergestellt werden, wo es genug erneuerbare Energien und wenig Abnehmer gebe. Es brauche auch keine besondere Infrastruktur, da die Produkte chemisch den fossilen Energieträgern glichen.
Martin Bäumle verweist auf die im Bericht untersuchten Länder in Asien. Diese seien in einer ähnlichen Lage wie die Schweiz und reduzierten aktiv die Investitionsrisiken, wird der Nationalrat (ZH/GLP) und SPIN-Co-Präsident in der Mitteilung zitiert. „Der Bundesrat beschreibt diese Instrumente präzise — und folgert für die Schweiz, nichts dergleichen zu tun. Diese Lücke zwischen Analyse und Schlussfolgerung ist der eigentliche Schwachpunkt des Berichts.“ ce/ug