Berner Forschende erklären Herz auf Planet Pluto

19 April 2024 13:24

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Bern/Genf/Tucson - Ein Team unter der Leitung der Universität Bern und von Mitgliedern des Nationalen Forschungsschwerpunkts PlanetS hat zwei Dinge geklärt: wie die riesige herzförmige Struktur auf Plutos Oberfläche entstanden ist und dass es dort wohl doch keinen unterirdischen Ozean gibt.

Ein internationale Forschungsteam von Astrophysikerinnen und Astrophysikern unter der Leitung der Universität Bern und von Mitgliedern des Nationalen Forschungsschwerpunkts PlanetS ist laut einer Medienmitteilung das erste, dem es gelungen ist, die ungewöhnliche riesige Herzform auf dem Zwergplaneten Pluto zu erklären. Unter Beteiligung von Forschenden der Universität von Arizona in Tucson konnten sie mithilfe numerischer Simulationen diese Struktur reproduzieren.

Dafür verwendete das Team wie mehrere andere auf der Welt die Berner SPH (Smoothed Particle Hydrodynamics)-Simulationssoftware. Aufgrund dieser Daten führen sie sie auf einen riesigen und langsamen Einschlag eines im Durchmesser rund 700 Kilometer grossen planetarischen Körpers aus einem schrägen Winkel zurück. Die Härte des Kerns von Pluto und die relative geringe Geschwindigkeit des Einschlagkörpers waren letztlich der Schlüssel zum Erfolg der Simulationen.

„Im fernen Sonnensystem sind die Geschwindigkeiten so viel langsamer und das feste Eis so stark, dass man mit seinen Berechnungen viel genauer sein muss“, wird Erstautor Erik Asphaug von der Universität Arizona zitiert. „Da fängt der Spass an.“ Dieser neuartige und kreative Ansatz, den Ursprung von Plutos herzförmiger Struktur zu erklären, könnte nach den Worten von Asphaugs Kollegin Dr. Adeene Denton zu einem besseren Verständnis von Plutos Ursprung führen.

Die Ergebnisse des Teams wurden soeben im Fachjournal „Nature Astronomy“ veröffentlicht. Sie deuten auch darauf hin, dass die innere Struktur von Pluto anders ist als bisher angenommen. Daraus leiten die Studienautorinnen und -autoren ab, dass es dort keinen unterirdischen Ozean gibt. Davon war die Wissenschaft bisher ausgegangen. ce/mm

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