Allianz Trade sieht Kluft zwischen Firmenstrategien in Europa und den USA
19 Juni 2025 15:27
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(CONNECT) Allianz Trade sieht eine transatlantische Kluft beim Betriebskapitalbedarf. Weltweit ist diese 2024 um zwei auf 78 Tage angestiegen, informiert der Exportversicherer der Allianz Gruppe in einer Mitteilung zu seinem aktuellen Bericht über den Betriebskapitalbedarf und den Zeitraum zwischen Rechnungslegung und Bezahlung. Anfang 2025 haben die Fachleute von Allianz Trade in Westeuropa sowie der Region Asien und Pazifik einen weiteren Anstieg ausgemacht. In den USA wurde hingegen aufgrund eines Abbaus von Lagerbeständen ein Rückgang beobachtet.
Als Hintergrund für den Anstieg macht Allianz Trade längere Laufzeiten von Forderungen aus. Vor dem Hintergrund höherer Lagerbestände und niedrigerer Verbindlichkeiten „haben europäische Unternehmen ihre Handelspartner durch verlängerte Zahlungsfristen und die Übernahme von Risiken finanziell unterstützt“, wird Maxime Lemerle, Lead Analyst für Insolvenzforschung bei Allianz Trade, in der Mitteilung zitiert. „Zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem ersten Quartal 2025 haben Unternehmen effektiv zusätzliche 11 Milliarden Euro an Unternehmenskrediten zur Verfügung gestellt - das entspricht fast den monatlichen neuen Kreditflüssen der Banken seit Jahresbeginn.“ Firmen in den USA hingegen leiteten „Kapital von den Lagern in die Brieftaschen und von den Fabriken zu den Aktionären um“, meint Ano Kuhanathan, Leiter der Unternehmensforschung bei Allianz Trade.
Sollten die USA ihre angekündigten Erhöhungen der Zölle umsetzen, würde dies den Betriebskapitalbedarf (WCR) weiter in die Höhe treiben, vermutet Ana Boata, Leiterin der makroökonomischen Forschung bei Allianz Trade: „Die Unternehmen müssten dann im Vergleich zu unserer Basisprognose für den WCR zusätzliche 8,5 Milliarden Euro in Europa und 15,5 Milliarden Dollar in den USA finanzieren“. Allianz Trade ist in der Schweiz in Wallisellen ansässig. ce/hs