Abschaffung der Industriezölle zeigt erste Auswirkungen

19 April 2024 13:39

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St.Gallen - Mit der Abschaffung der Industriezölle zum Jahresbeginn werden fast alle Industriegüter regulär zollfrei in die Schweiz eingeführt. Nicht betroffen sind die Einfuhren von Agrargütern. Sie bilden nunmehr fast die einzige Quelle für Zolleinnahmen. Dies zeigt eine Erhebung der Universität St.Gallen.

Seit Jahresbeginn erhebt die Schweiz keine Zölle mehr auf die Einfuhr von Industriegütern. Dies hat sich bereits in den Handelsdaten der Schweiz niedergeschlagen, informiert die Universität St.Gallen in einer Mitteilung. Sie hat die Auswirkungen des Wegfalls der Industriezölle in ihrem aktuellen Swiss Trade Monitor untersucht.

Dem Monitor zufolge erfolgten im ersten Quartal dieses Jahres 95 Prozent der Einfuhren von Gütern in die Schweiz regulär zollfrei. Nur noch 2 Prozent wurden regulär verzollt, die restlichen 3 Prozent über ein bestehendes Freihandelsabkommen abgewickelt. In den Vorjahren mussten 21 Prozent der Importe regulär verzollt werden. Weitere 27 Prozent unterlagen einem Freihandelsabkommen.

Agrargüter bleiben von der Abschaffung der Industriezölle unberührt. Hier wurden im Berichtsquartal 38 Prozent der Einfuhren verzollt, weitere 34 Prozent anhand eines Freihandelsabkommens abgewickelt. Die daraus resultierenden Einkommen von 183 Millionen Franken bilden die einzigen Zolleinnahmen der Schweiz im ersten Quartal 2024. Im Vorjahresquartal verbuchte die Schweiz 164 Millionen Franken Zolleinnahmen aus Agrargütern und 169 Millionen Franken aus der Einfuhr von Industriegütern.

Importierende Unternehmen und Endverbrauchende können aus dem Wegfall der Industriezölle von einer Reduktion der Kosten aus Zöllen und administrativen Aufwänden und damit tieferen Preisen profitieren. Der Mitteilung zufolge gibt es insbesondere bei der Einfuhr von Textilien im unteren Preissegment ein hohes Einsparpotenzial. ce/hs

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