UZH-Team zeigt soziale Sensibilität des Oxytocin-Spiegels
06 Mai 2026 13:17
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(CONNECT) Eine Studie unter Leitung von Charlotte Debras und Adrian Jaeggi vom Institut für Evolutionäre Medizin der UZH hat Hinweise darauf gefunden, dass das als Kuschel- oder Bindungshormon bekannte Oxytocin vielschichtiger wirkt als bisher angenommen. Ihre Studienergebnisse zeigen, dass die Werte nicht nur in Momenten der Nähe steigen, sondern auch beim Gruppenwettkampf, etwa beim Mannschaftssport – jedoch nicht bei allen.
Untersucht wurde dies bei der indigenen Bevölkerung der Tsimane im bolivianischen Amazonasgebiet, indem dort Fussballturniere organisiert wurden. Die Annahme der Forschenden war, dass Oxytocin für den sozialen Zusammenhalt eine wichtige Rolle spielt.
Bei der Auswertung der Ergebnisse waren zwei Dinge überraschend: Zum einen stieg der Oxytocin-Spiegel nur bei Männern an, und umso mehr, wenn es sich bei der gegnerischen Mannschaft nicht um Angehörige der Tsimane handelte, sondern um ein klares Wir-gegen-die. „Das deutet darauf hin, dass Oxytocin sensibel auf die soziale Bedeutung des Gegners reagiert – sowohl bei vertrauten Rivalen als auch gegenüber klar abgegrenzten Fremdgruppen“, wird Jaeggi zitiert. Debras geht davon aus, dass Frauen aufgrund ihrer höheren Ausgangswerte – viele stillten – so gut wie keine Veränderungen zeigten. Zum anderen findet für Frauen Wettbewerb eher über Reputation oder Unterstützung statt und weniger in körperlichen Wettkämpfen.
Die Studie lässt offen, ob der Oxytocin-Anstieg primär den Zusammenhalt im Team stärkt oder die Abgrenzung gegenüber Gegnern fördert. „Kooperation kann eine erfolgreiche Strategie im Wettbewerb sein, und Oxytocin scheint dabei zentral“, so Jaeggi. Doch „Oxytocin wurde bereits bei zahlreichen Tierarten auch mit Gruppenkonflikten in Verbindung gebracht, von Fischen bis zu Schimpansen. Die Ergebnisse legen nahe, dass ähnliche Mechanismen auch beim Menschen wirken.“ ce/mm
