UZH-Evolutionsbiologe Jordi Bascompte erhält Cozzarelli-Preis

29 April 2026 15:12

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Zürich/Washington - Professor Jordi Bascompte von der Universität Zürich (UZH) hat von der National Academy of Sciences in Washington den diesjährigen Preis für Biologie erhalten. Ausgezeichnet wurde eine 2025 publizierter wissenschaftlicher Artikel über den Evolutionssprung hin zu mehrzelligen Lebensformen.

(CONNECT) Jordi Bascompte ist zusammen mit seinen drei Kollegen Enrique M. Muro, Fernando J. Ballesteros und Bartolo Luque mit dem Cozzarelli-Preis 2025 geehrt worden. Der Evolutionsbiologe und UZH-Professor für Ökologie und seine Kollegen haben diesen Preis in der Kategorie Biologie für ihren Artikel über die Entstehung von eukaryotischen, also mehrzelligen, Lebewesen erhalten.

Die Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) hat aus insgesamt 3600 von ihr im Jahr 2025 veröffentlichten Beiträgen sechs für den Cozzarelli-Preis ausgewählt. Die Auszeichnung würdigt herausragende Beiträge zu den wissenschaftlichen Disziplinen, nach denen die National Academy of Sciences in Washington gegliedert ist. Die PNAS hat auch ein vierminütiges Video produziert, in dem Bascompte seine Forschung erklärt.

Laut einer Mitteilung der UZH haben Bascompte und seine Kollegen mit ihrer Studie Licht in eines der grössten Rätsel der Evolution gebracht. Sie gingen der Frage nach, wie mehrzellige Lebewesen und damit Biodiversität plötzlich und ohne graduelle Prozesse entstehen konnten.

Um das zu verstehen, analysierten Bascompte und seine Kollegen fast 150 Millionen Genome von Bakterien, Archeen, Pilzen, Pflanzen, Wirbellosen und Wirbeltieren sowie rund 55 Millionen Proteine von 9900 Organismen. Diese Analyse zeigte laut einem früheren Bericht der UZH, dass die Entwicklung von prokaryotischen zu eukaryotischen Zellen einem mathematisch relativ einfach zu beschreibenden und allgemeingültigen Phasenübergang entspricht.

„Um komplexer zu werden, gab es für das Leben keinen anderen Weg als diesen direkten Sprung von einer Phase in die nächste“, wird Bascompte zitiert. „Es ist fast verrückt, wie sich diese simple mathematische Beziehung in der Evolution vom ursprünglichen Leben bis hin zum Menschen gehalten hat.“ Für den Wissenschaftler sind diese allgemeingültigen Beziehungen der eigentliche Höhepunkt der Arbeit. „Dass der Übergang von Prokaryoten zu Eukaryoten und die weitere Entwicklung mathematisch so einfach sind und in die Prinzipien der Physik passen, hilft, das Zufällige der Evolution mit dem Allgemeingültigen der Physik in Einklang zu bringen. Das hat eine ganz eigene Magie.“ ce/mm

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