Thomas Jordan verlässt die Nationalbank

01 March 2024 14:21

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Zürich - Thomas Jordan zieht sich per Ende September aus der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zurück. Der scheidende Direktor hat die Geschäfte der SNB seit 2012 geführt. In seine Amtszeit fiel sowohl die Coronavirus-Pandemie als auch die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS.

Die Schweizerische Nationalbank muss sich einen operativen Leiter suchen. Thomas Jordan legt sein Amt als Präsident des Direktoriums per Ende September nieder, informiert die SNB in einer Mitteilung. Zu den Gründen des Rücktritts und den zukünftigen Plänen von Jordan werden dort keine Angaben gemacht. Eine Neubesetzung der Stelle wird der Bundesrat auf Vorschlag des Bankrats der SNB entscheiden.

Der 1997 zur SNB gestossene Jordan war als Leiter Forschung massgeblich an der Entwicklung des 1999 eingeführten geldpolitischen Konzepts der SNB beteiligt. Nach mehreren Zwischenschritten übernahm Jordan 2012 die operative Leitung der Nationalbank. In seine Amtszeit als Präsident des Direktoriums fiel unter anderem die Einrichtung einer Refinanzierungsfazilität für Banken während der Pandemie, erläutert die SNB. Im vergangenen Frühjahr trug die SNB mit der Bereitstellung einer Liquiditätshilfe „in historisch einmaligem Ausmass“ zur Übernahme der Credit Suisse durch die UBS bei. Unter Jordan wurde zudem ein Konzept von Massnahmen zur Stärkung der Resilienz des Finanzsystems (makroprudenzielles Konzept) mit einem antizyklischen Kapitalpuffer eingeführt. „Thomas Jordan hat die Nationalbank und ihre Geldpolitik über ein Vierteljahrhundert stark geprägt“, wird die Präsidentin des Bankrats der SNB, Barbara Janom Steiner, in der Mitteilung zitiert.

„Nach der Bewältigung der verschiedenen Herausforderungen der letzten Jahre ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, von meinem Amt zurückzutreten“, erklärt Jordan. „Es war ein grosses Privileg, mich für die Nationalbank und das Gesamtinteresse des Landes einsetzen zu dürfen.“ ce/hs

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