Swissmem sorgt sich wegen starkem Franken

02 January 2024 09:31

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Zürich - Swissmem nimmt angesichts des aufgewerteten Frankens die Politik in die Pflicht: Der Dachver­band der Schweizer Tech-Industrie fordert den Abschluss zweier Freihandelsabkommen und der Bilateralen III mit der EU. Die Nationalbank soll intervenieren und das Stimmvolk gegen die 13. AHV-Rente stimmen.

Laut Swissmem gefährdet die zuletzt „dramatische“ Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro und dem Dollar die Schweizer-Tech-Industrie. Zwar seien die Schweizer Industriefirmen an starke Konjunkturschwankungen gewöhnt. Doch sei die aktuelle „schockartige“ Entwicklung „Gift für die Unternehmen“, die angesichts der Rezession in ihren wichtigsten Absatzmärkten bereits mit einem starken Rückgang der Auftragseingänge zu kämpfen habe, heisst es in einer Medienmitteilung. Daher müssten Nationalbank und Politik die Rahmenbedingungen „rasch und entschlossen“ verbessern.

Bei einer Inflation von mittlerweile klar unter 2 Prozent erwartet Swissmem, dass die Schweizerische Nationalbank „im Rahmen ihres Mandats angemessen auf die Lage der Schweizer Industriefirmen reagiert“. Zudem müsse die Politik die Rahmenbedingungen mit konkreten Massnahmen verbessern. Die Abschaffung von Industriezöllen auf Januar 2024 sei ein wichtiger Schritt, reiche jedoch „bei weitem“ nicht aus.

Geeignete Gegenmittel seien der zügige Abschluss der beinahe unterschriftsreifen Freihandelsabkommen mit Indien und Mercosur. Zudem unterstützt Swissmem den Eintritt in Verhandlungen mit der EU über das Vertragspaket Bilateriale III. „Ein Vertragsabschluss muss im Verlauf des Jahres 2024 gelingen, bevor eine neue EU-Kommission antritt“, so der Verband in einer früheren Mitteilung. Zudem wendet sich Swissmem erneut gegen die 13. AHV-Rente, über die am 3. März 2024 abgestimmt wird. Die „massiven Mehrkosten“ würden Industrie und Bevölkerung zusätzlich belasten. ce/mm

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