Die OSRI AG hat in Luzern ein Pilotprojekt gestartet, das mit begrünbaren Erdhügeln auf asphaltierten Flächen Hitze reduziert und mehr Grün schafft. Bild: zVg/OSRI AG

Stadt Luzern testet Kühleffekte durch begrünte Erdhügel

14 August 2025 13:41

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Luzern - Raumentwickler OSRI hat am Neubad Luzern eine temporäre Begrünung auf dem Asphalt initiiert. An der sogenannten Hygroskin sollen über drei Jahre Kühleffekte, Artenvielfalt und nötiger Aufwand wissenschaftlich getestet werden. Die Hygroskin ist eine Entwicklung von B/IAS – Basel Institut für angewandte Stadtforschung.

(CONNECT) Die OSRI AG hat ein Projekt angestossen, das in städtischen Umgebungen zu mehr Grün und weniger Hitze führen soll. Sie greifen dabei auf Hygroskin zurück, eine Entwicklung von B/IAS – Basel Institut für angewandte Stadtforschung. 

Auf Initiative der OSRI-Fachleute für Raumentwicklung wurden im Juni 2025 auf neun asphaltierten Parkplätzen des ehemaligen Luzerner Hallenbads Biregg zwei begrünte Erdhügel angelegt. Dort ist als Zwischennutzung mittlerweile das Kunst- und Kulturzentrum Neubad entstanden, an dessen Südseite OSRI sein Büro hat. 

Das Pilotprojekt Hygroskin Neubad ist eine Zusammenarbeit von Stadtgrün Luzern, B/IAS (Basel Institut für angewandte Stadtforschung), dem Basler Entwicklungsbüro Denkstatt sàrl, der OSRI AG und der Zwischennutzung Neubad. Es verfügt über einen speziellen Bodenaufbau, der das Regenwasser speichert, das Grün feucht hält und die Umgebung kühlt. Durch ein auf den Asphalt gelegtes Vlies samt Speichermatte fliesse Regenwasser nicht in die Kanalisation ab, eine Bewässerung des 26 bis 65 Zentimeter hohen Aufbaus aus Sand, Kies und Humus sei daher „grundsätzlich nicht notwendig“, heisst es in einer Mitteilung von OSRI.

Angepflanzt wurden heimische Pflanzen wie Wildstauden und einige kleine Gehölze, die mit dem Hitzestress umgehen können. Von Totholzbereichen und kleinen Steinhaufen sollen Insekten profitieren. Das Projekt wird über drei Jahre wissenschaftlich begleitet. 

Die Erfahrungen werden mit jenen der Basler Hygroskin am Gleisbogen Dreispitz abgeglichen. „In Basel konnten auf und neben einer solchen Hygroskin während Hitzeperioden Temperaturunterschiede von bis zu 21 Grad nachgewiesen werden“, hatte Timur Babacanli, Projektleiter von Stadtgrün Luzern, zum Projektstart erklärt.

Stadtgrün Luzern ist ebenso Projektpartner wie das Netzwerk Neubad und das Basel Institut für angewandte Stadtforschung (B/IAS), das die Hygroskin entwickelt hat. Sie ist konzipiert für Orte, wo eine normale Entsiegelung durch das Entfernen von Asphalt- oder Betonbelägen und die anschliessende Renaturierung zwar gewünscht, aber aus verschiedenen Gründen noch nicht möglich ist. In diesem Fall soll die Hygroskin eine kostengünstige und schnelle Begrünung ermöglichen. ce/mm

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