Liechtenstein und Norwegen kooperieren enger bei EWR-Finanzen

16 January 2024 09:41

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Vaduz/Oslo - Liechtenstein und Norwegen wollen sich bei der Übernahme der neuen EU-Verordnungen für finanzielle Dienstleistungen enger abstimmen. Beide Länder wollen damit die Zusammenarbeit im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) allgemein und die Finanzbranche im Besonderen stärken.

Regierungschef Daniel Risch und der norwegische Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum haben am 15. Januar eine verstärkte Koordination vereinbart. Die beiden Vertreter der EWR/EFTA-Staaten wollen sich bei den Arbeiten zur Übernahme der neuen EU-Verordnungen für den Finanzdienstleistungsbereich engmaschiger abstimmen. Laut einer Medienmitteilung des Ministeriums für Präsidiales und Finanzen stehen über 100 EU-Rechtsakte zur Übernahme an.

„Um eine zeitnahe Anwendung der Regeln im ganzen EWR und somit gleiche Wettbewerbsbedingungen für liechtensteinische Akteure sicherzustellen, ist ein koordiniertes Vorgehen unter den EWR/EFTA-Staaten wichtig“, wird Risch zitiert. Zum EWR gehören die 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Staatsbürger aller 30 EWR-Mitgliedstaaten haben das Recht, vom freien Warenverkehr, freien Personenverkehr, freien Dienstleistungsverkehr und vom freien Kapitalverkehr, den sogenannten vier Grundfreiheiten, Gebrauch zu machen.

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, sei dieser Austausch mit dem Finanzminister nach dem Treffen der drei Regierungschefs im Oktober ein weiterer Schritt, „um den EWR-Zusammenhalt insgesamt, aber auch im für Liechtenstein wichtigen Finanzdienstleistungsbereich im Besonderen, zu stärken“. Dabei seien vor allem die neuen Verordnungen über Märkte in Krypto-Werten und Grüne Anleihen, das Paket zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie die Überarbeitung der Marktinfrastrukturverordnung und des Systems der europäischen Überwachungsbehörden zur Sprache gekommen. ce/mm

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