Forschende durchleuchten Satelliten EURECA
27 November 2025 11:23
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(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben am Center for X-Ray Analytics gemeinsam mit dem Space Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und dem Verkehrshaus der Schweiz den Satelliten EURECA untersucht. Laut Mitteilung wendeten sie hierzu verschiedene Methoden an, um den Satelliten unversehrt in einem Stück zu röntgen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden 2025 in der Fachpublikation „Acta Astronautica“ veröffentlicht. Die verwendeten Röntgenmethoden und Erkenntnisse könnten in Zukunft bei der Entwicklung von wiederverwendbaren Raumfahrttechnologien, in der Aviatik sowie der Autoindustrie Anwendung finden.
Der europäische Satellit EURECA, kurz für European Retrievable Carrier, startete zum ersten und einzigen Mal 1992 ins Weltall und wurde elf Monate später zurück zur Erde gebracht. Damit ist er einer der wenigen Satelliten, die von ihrem Einsatz intakt zurückgekommen sind. Ende 2000 wurde er schliesslich im Verkehrshaus der Schweiz ausgestellt und 2016 zum ersten Mal geröntgt.
Den Forschenden gelang es mit einer Hochenergie-Röntgenanlage, den Satelliten in einem Stück zerstörungsfrei zu röntgen. Für Teile des Satelliten sowie zwei erhaltene wissenschaftliche Instrumente wurden weitere Techniken herangezogen. Die Forschenden fanden dabei mehrere Defekte wie Risse in den Kunststoffverstrebungen und Brüche und Verformungen in den Instrumenten.
„Satelliten sind im Weltall starker Strahlung, grossen Temperaturschwankungen und Kollisionen mit Partikeln von Meteoriten und Weltraumschrott ausgesetzt“, erklärt Empa-Forscher Robert Zboray, Erstautor der Fachpublikation. „Gerade bei wiederverwendbaren Satelliten können wir mit unseren Methoden Schwachstellen identifizieren. Ideal wäre es, solche Satelliten sowohl vor dem Start als auch nach der Landung zu röntgen.“ Wiederverwendbare Raumtechnologie könnte Weltraumschrott reduzieren, der eine Gefahr für aktive Satelliten und die bemannte Raumfahrt darstellt. Mit Hochenergie-Röntgenverfahren könnte laut Zboray das Design wiederverwendbarer Satelliten zudem optimiert werden. ce/nta
