Fachkräftemangel erreicht Rekordniveau

29 November 2022 14:49

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Zürich - Der Fachkräftemangel fällt aktuell schärfer als im Jahr vor dem Einbruch der Wirtschaft durch die Pandemie aus. Dabei weitet sich der Mangel auch auf bisher nicht betroffene Berufsgruppen aus. Dies zeigt der aktuelle Swiss Job Market Index von Adecco Group und Universität Zürich.

Der Fachkräftemangel in der Schweiz erreiche eine „noch nie dagewesene Dimension“, schreibt Adecco in einer Mitteilung zum aktuellen Swiss Job Market Index. Er wird vierteljährlich von der Adecco Group und dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz am Soziologischen Institut der Universität Zürich erhoben. In der aktuellen Erhebung hat der Index den Rekordwert von 155 Punkten erreicht. Er fällt damit 68 Prozent höher als im Vorjahr und 21 Prozent höher als im Vorpandemiejahr 2019 aus.

Den stärksten Fachkräftemangel machen die Analysten des Index bei Spezialkräften in den Gesundheitsbranchen aus. Aber auch in den Informatikbranchen, in der Bauwirtschaft und im Industriesektor hat sich der Fachkräftemangel im Jahresvergleich drastisch verschärft. „Der starke Fachkräftebedarf nach Industrieberufen zeigt, dass die Schweiz weiterhin über eine starke industrielle Basis verfügt“, wird Yanik Kipfer vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz in der Mitteilung zitiert. 

Den Analysten zufolge konkurrieren in bisher von einem Fachkräfteüberangebot gekennzeichneten Berufsgruppen deutlich weniger Stellensuchende um eine Stelle. Dadurch werde es für Unternehmen auch hier schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden. 

In technischen Berufen beispielsweise in der Uhrenindustrie hat der Fachkräftemangel neben den hoch qualifizierten auch die gering qualifizierten Fachkräfte erreicht. Hier habe Adecco Schweiz die Watch Academy in Genf gegründet, erläutert Tom Vanoirbeek, VP von Adecco Workforce Solutions Western & Southern Switzerland. Dort werden handwerklich begabte Interessierte zu Uhrmachern ausgebildet. hs

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