EPFL entwickelt flexible Elektroden für Hirnchirurgie

22 Mai 2023 09:25

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Lausanne/Pregny-Chambésy VD - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben ein flexibles Elektrodenfeld für den minimalinvasiven Einsatz in der Hirnchirurgie entwickelt. Damit sollen etwa für Epilepsiekranke zuverlässigere Verbindungen zum Nervensystem hergestellt werden.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Neuro X Instituts der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben laut einer Mitteilung ein flexibles Elektrodenfeld entwickelt, das sich minimalinvasiv zwischen Schädeldecke und Bereichen des Kortex implantieren lässt. Der erste Prototyp besteht aus einer Elektrodenanordnung, die durch ein Loch im Schädel mit einem Durchmesser von 2 Zentimetern passt, sich aber im entfalteten Zustand über eine Fläche mit einem Durchmesser von 4 Zentimetern erstreckt.

Das Verfahren ist aus Entwicklungen der weichen Bioelektronik abgeleitet worden. Das Elektrodenfeld besteht aus einer Anordnung weicher biegsamer Plastik mit aufgedampften Goldelektroden. Sie sind spiralförmig angeordnet, um eine möglichst grosse Oberfläche zu schaffen. Darüber können dann elektrische Impulse stimulierend an Neuronen gesendet werden. Beim Implantieren werden die in einer Hülse gefalteten Elektroden mittels einer mit minimalem Druck eingebrachten Flüssigkeit „umgestülpt“ und aufgefaltet, ohne das Gehirn zu schädigen. Die Studie wurde im Fachblatt „Science Robotics" publiziert.

Laut EPFL könnte sich diese Technologie als besonders nützlich erweisen, um minimalinvasive Lösungen für Epilepsiepatienten anzubieten. Bislang wurde sie den Angaben zufolge erfolgreich in einem Minischwein getestet. Diese weiche Neurotechnologie wird nun von Neurosoft Bioelectronics, einer in Pregny-Chambésy ansässigen Ausgliederung des EPFL-Labors für weiche bioelektronische Schnittstellen, skaliert. Sie wird auch die klinische Umsetzung leiten. Das Start-up hat Anfang Mai 2023 im Rahmen des Swiss Accelerator-Programms von Innosuisse eine Förderung in Höhe von 2,5 Millionen Franken erhalten. ce/eb

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