Empa simuliert Akustik neuer Flugzeuge

26 January 2024 10:01

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Dübendorf ZH - Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) versuchen in Simulationen, Geräusche von Flugzeugen der Zukunft zu testen. Die Tests im Akustiklabor sollen die Wirkung auf Menschen abbilden.

Laut Angaben der Europäischen Umweltagentur waren 2017 in Europa etwa 4 Millionen Menschen zu hohen Fluglärmpegeln ausgesetzt. Diese können eine Gefahr für die Gesundheit: von Schlafstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen. Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben jetzt eine Studie veröffentlicht, in der sie Angaben über Testreihen zur Akustik moderner Flugzeuge machen. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, hat das Team um Reto Pieren, Axel Heusser und Beat Schäffer von der Abteilung Akustik / Lärmminderung der Empa im Labor den Geräuschpegel von sogenannten Blended-Wing-Body.Jets getestet. Dabei handelt es sich um Flugzeuge, deren Rumpf in den Flügeln integriert ist. Ein Vorteil solcher Langstreckenmaschinen soll ein deutlich verringerter Lärmpegel sein.

Getestet wurden 31 Personen im Alter zwischen 18 bis 61 Jahren. Simuliert wurden im AuraLab Geräusche wie Überflüge, Starts, Landungen sowie Ausfahren der Fahrgestelle und Klappen. Auf Fragebögen sollten die Testpersonen auf einer 11-Punkte-Skala ihre individuellen Eindrücke wiedergeben – von „0“ überhaupt nicht gestört bis „10“ äusserst gestört. Im Resultat ergab sich, dass die Testpersonen einen um 4,3 Punkte niedrigeren Störfaktor angaben als bei Vergleichsgeräuschen herkömmlicher Flugzeuge.

„Der stärkste Beitrag zur Lärmminderung stammt zweifellos von der Form des Flugzeugs, die den Triebwerkslärm nach unten abschirmt“, wird Studienleiter Reto Pieren in der Mitteilung zitiert, „weitere Technologien zur Lärmminderung machen nur etwa 15 Prozent der Reduzierung der Belästigung aus“.

Die Empa-Studie wurde im Rahmen des EU-Projekts ARTEM (Aircraft Noise Reduction Technologies and related Environmental iMpact) durchgeführt, das seit 2017 unter Beteiligung von 24 Partnern aus zehn europäischen Staaten läuft. ce/ww

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