Hochqualifizierte Frauen können die Swissness entscheidend stärken
16 September 2025 10:02
(CONNECT) Die Schweiz ist weltweit bekannt für ihre Präzision, Innovationskraft und Exzellenz. Diese Eigenschaften zeigen sich in vielen Bereichen, von ikonischen Uhren bis hin zu Spitzenforschung. Regelmässig gehört sie zu den wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt. Und doch steht die Schweiz heute vor einer bedeutenden Chance: Sie kann das volle Potenzial ihrer hervorragend ausgebildeten und erfahrenen Frauen nutzen.
Trotz ihres fortschrittlichen Rufs belegt die Schweiz derzeit nur Platz 26 von 29 OECD-Ländern im Glass Ceiling Index des Economist. Diese Platzierung ist mehr als nur eine Statistik, sie ist vielmehr ein Aufruf zum Handeln. Für ein Land, das sich durch Effizienz und Exzellenz auszeichnet, ist die vollständige Integration weiblicher Kompetenzen und Führungsstärken in die Arbeitswelt nicht nur richtig, sondern essenziell.
An der Executive School der Universität St.Gallen leisten wir mit drei wegweisenden Weiterbildungsinitiativen einen aktiven Beitrag zu diesem Wandel. Diese Programme prägen eine neue Realität, indem sie Frauen mit praktischen Fähigkeiten, neuem Selbstvertrauen sowie konkreten Plänen ausstatten, um erfolgreich in die Arbeitswelt zurückzukehren und die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz mitzugestalten.
Women Back to Business (CAS in Management)
Bereits im 18. Jahr unterstützt das Programm Women Back to Business über 500 Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg. Es bietet ein hybrides, einjähriges CAS in Management, das auf die Schweizer Gegebenheiten zugeschnitten ist, durch:
- General-Management-Module und praxisnahe Workshops für den Schweizer Arbeitsmarkt,
- Coaching, Networking und reale Praxiseinblicke sowie
- Partnerschaften mit Arbeitgeber:innen, die nicht-lineare Lebensläufe schätzen.
Dieses Programm macht eines deutlich: Das Talent ist längst vorhanden. Es fehlen bessere Rahmenbedingungen und Strukturen. Unter den Teilnehmerinnen befinden sich viele hochqualifizierte Fachkräfte, darunter Juristinnen, Naturwissenschaftlerinnen, Beraterinnen und Ingenieurinnen, deren Karrieren aufgrund von Care-Arbeit unterbrochen wurden. Beim Wiedereinstieg treffen sie auf starre Systeme, die ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigen.
Indem diese Lücke geschlossen wird, kann die Schweiz dem Fachkräftemangel aktiv begegnen, Innovation fördern und das enorme Potenzial eines leistungsstarken Bevölkerungsteils freisetzen.
Aiming Higher – Women’s Leadership: Förderung von Frauen in der Mitte ihrer Karriere
Für Frauen, die bereits im Berufsleben stehen, bietet das Aiming Higher – Women’s Leadership Programme in sieben Online-Modulen gezielte Unterstützung für den Weg in Führungs- und Geschäftsleitungspositionen. Im Fokus stehen:
- Entwicklung des eigenen Führungsstils,
- Executive Presence und Verhandlungskompetenz sowie
- Karriereplanung und langfristiges Mentoring.
Teilnehmerinnen vertiefen nicht nur ihre Kompetenzen, sondern gewinnen auch ein starkes Netzwerk an Gleichgesinnten und Mentor:innen. Das Programm fördert Frauen in unterrepräsentierten Rollen, indem es Raum für Führung, Weiterentwicklung und kollegialen Austausch schafft. Dadurch werden neue Perspektiven in die Schweizer Führungsebenen gebracht.
Aiming Higher – Karriereentwicklung für Assistenzärztinnen
Ärztinnen sehen sich in der Schweiz mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Das Programm Aiming Higher – Karriereentwicklung für Assistenzärztinnen bietet gezielte Unterstützung für Assistenzärztinnen, die ihre Führungskompetenzen und ihr Karrieremanagement weiterentwickeln möchten. Durch ein Blended-Learning-Format, das auch mit anspruchsvollen Arbeitszeiten vereinbar ist, umfasst das Programm:
- Module zu Führung und Kommunikation,
- Strategien zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie
- Mentoring durch erfahrene Ärzt:innen.
Trotz der hohen Qualität des Schweizer Gesundheitssystems sind Führungspositionen in der Medizin nach wie vor männlich dominiert. Dieses Programm bestärkt junge Ärztinnen darin, ihre beruflichen Ziele selbstbewusst und gut begleitet zu verfolgen. Auf diese Weise trägt es zu einer ausgewogeneren Zukunft in der medizinischen Führung bei.
Fazit: Swissness als Treiberin des Fortschritts
Swissness steht nicht nur für Traditionspflege, sondern auch für durchdachten Fortschritt durch Innovationskraft. Die vollständige Integration von Frauen in die Arbeitswelt steht im Einklang mit den zentralen Schweizer Werten: Exzellenz, Innovation und Eigenverantwortung.
Durch gezielte Weiterbildungswege, strukturelle Reformen und engagierte Arbeitgeber:innen kann die Schweiz bisher ungenutztes Potenzial in einen echten Wettbewerbsvorteil verwandeln. Institutionen wie die Universität St.Gallen leisten hierbei einen wichtigen Beitrag und zeigen, dass Fortschritt und Swissness nicht nur miteinander vereinbar, sondern untrennbar verbunden sind.
Annelies Van Herck ist Vize-Direktorin der Executive School der Universität St.Gallen. An der Hochschule ist sie bereits seit über 13 Jahren in verschiedenen Management-Funktionen tätig, und hat zuvor unter anderem als Business Analyst für internationale Unternehmen gearbeitet.
Dieser Text ist zuerst über Kanäle der Universität St Gallen erschienen.