Zufriedenheit der Firmen mit dem Standort Zürich sinkt
13 Januar 2026 12:16
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(CONNECT) Nur noch 62 Prozent der Unternehmen in der Stadt Zürich sind mit dem Standort zufrieden. Das zeigt die Firmenbefragung, deren Ergebnisse die Stadt am 13. Januar veröffentlicht hat. 35 Prozent geben eine mittelmässige Note, 3 Prozent sind unzufrieden. Der Mittelwert liegt nun bei 4,65 Punkten.
Damit erhält der Standort die schlechteste Note seit Beginn der seit 2005 im Vierjahresrhythmus durchgeführten Umfragen. Bei der vorhergehenden Umfrage von 2021 waren noch 74 Prozent der befragten Unternehmen mit dem Standort zufrieden. Die Durchschnittsnote lag damals bei 4,88.
Die schlechteste Note erhält die Stadt mit 2,4 Punkten beim Wohnungsangebot. Das sind 0,6 Notenpunkte schlechter als vor vier Jahren. Bei den Steuern ist die Unzufriedenheit mit 3,0 Punkten konstant. Auch das Kinderbetreuungsangebot überzeugt mit 3,9 Punkten nicht.
Dagegen konnte sich der Standort bei Themen wie Hochschulen und Forschungseinrichtungen (5,4 Punkte), Lebensqualität (5,2 Punkte) und Ausbildungsmöglichkeiten mit 5,1 Punkten sogar verbessern.
Besonders ausgeprägt ist die Unzufriedenheit bei den produzierenden Unternehmen. Hier geben nur 12 Prozent dem Standort eine gute Note, 58 Prozent eine mittelmässige und 28 Prozent eine schlechte Note. Sie verweisen dabei auf die hohen Mietkosten, fehlende Räume, regulatorische und administrative Hürden sowie Verkehr und Erreichbarkeit.
Die Zürcher Handelskammer bezeichnet die Ergebnisse der Befragung in einer Mitteilung als ein „Eingeständnis eines Scheiterns der städtischen Unternehmenspolitik“. Die wichtigsten Schwächen seien seit 20 Jahren bekannt. „Die Stadt Zürich ist aufgefordert, die Sorgen der Unternehmen ernst zu nehmen und die seit langem bekannten Probleme endlich anzupacken“, wird ZHK-Direktor Raphaël Tschanz in der Mitteilung zitiert.
An der Umfrage haben sich 1499 Unternehmen beteiligt, ein neuer Rekord. ce/ug