Teams im All brauchen soziale Unterstützung

26 Mai 2026 09:40

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Zürich/Bern - Forschende haben unter Leitung der Universitäten Zürich und Bern gezeigt, wie wichtig es ist, soziale Dynamiken in isolierten Teams früh zu erkennen und sie gezielt zu unterstützen. Die Studie wurde bei einem Forschungsteam in der Antarktis durchgeführt und ist besonders für Langzeitmissionen im All relevant.

(CONNECT) Eine internationale Studie unter der Leitung von Jan Schmutz, Professor am Psychologischen Institut der Universität Zürich (UZH), und Andrea Cantisani, Psychiater und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bern, hat untersucht, wie sich das Zusammenleben von Teams in Isolation, Enge und unter extremen Belastungen verändert. Dafür wurde eine zwölfköpfige Crew laut einem Bericht der UZH während ihrer zehnmonatigen Mission in der Concordia-Station im Inneren der Antarktis mit Sensoren ausgestattet. Sie erfassten, wann und wie lang sich Teammitglieder nahe waren.

Zusätzlich beantworteten die Crew-Mitglieder während ihres Aufenthalts an einem der abgelegensten Orte der Welt mit Temperaturen von bis zu minus 80 Grad zu vier verschiedenen Zeitpunkten einen psychologischen Fragebogen. So konnten die Forschenden verfolgen, wie sich soziale Beziehungen, Einsamkeit, Misstrauen, Konflikte, Zusammenhalt und die Selbstwahrnehmung der eigenen Leistungsfähigkeit im Verlauf der Mission entwickelten.

Laut der Studie war besonders auffällig, dass sich mehr Nähe nicht automatisch positiv auswirkte. Demnach kann in stark einschränkenden Lebensräumen nicht nur Isolation belastend sein, sondern auch dauernde Nähe. „In kleinen Teams unter Extrembedingungen bedeutet mehr Kontakt nicht automatisch mehr soziale Unterstützung, sondern kann Spannungen sogar verstärken", wird Jan Schmutz zitiert.

Zudem bildeten sich zunehmend Untergruppen von Personen derselben Sprache oder Nationalität. Das könne zwar Halt und Orientierung geben, berge jedoch gleichzeitig das Risiko sozialer Fragmentierung und könne den Zusammenhalt in multikulturellen Teams schwächen.

Die Studie ist besonders relevant für zukünftige Langzeitmissionen im All, aber auch für andere extreme Arbeitsumgebungen wie U-Boote oder Plattformen auf hoher See. „Die Ergebnisse zeigen", so Schmutz, „wie wichtig es ist, soziale Dynamiken früh zu erkennen und Teams gezielt zu unterstützen". ce/mm

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