Ist die Zukunft wurst:eln?
30 März 2026 13:16
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Ist dir die Zukunft Wurst? Findest du durchwursteln das richtige Konzept, um für die in der Schweiz und weltweit exponentiell wachsenden Unsicherheiten kreative Lösungen zu entwickeln? Es scheint, dass sogar auf höchster politischer und wirtschaftlicher Ebene die Strategie des Durchwurstelns zum Programm geworden ist. Das hat direkten Einfluss auf die Gestaltung der Zukunft der Schweiz – und sollte eine lebendige Diskussion anregen.
Zum Durchwursteln finden sich nach kurzer Recherche diese beiden Definitionen. „Wer umgangssprachlich wurstelt, der arbeitet ohne großen Plan und Ziel, etwas unprofessionell; wer sich durchwurstelt schafft eine Aufgabe grade so, ohne besonders kompetent zu sein.” Oder: „Etwas schaffen, obwohl man weder organisiert noch darauf vorbereitet ist”. Das ist schon etwas positiver. Es gibt zwar keinen Plan, aber irgendwie entsteht ein Resultat.
Innerlich ist uns allen klar: Jetzt geht es um die Wurst – durchwursteln reicht nicht mehr. Warum?
Durchwursteln heisst fehlende Transparenz. Wer wurstelt, legt sich bewusst nicht fest. Beschaffungsprojekte kosten ein paar Milliarden mehr als in der Abstimmungsdebatte versprochen? 1000-seitige Anwaltspapiere enthalten Klauseln, welche selbst Fachleute diametral unterschiedlich interpretieren, und die Bevölkerung erst in ein paar Jahren die echte Wirkung spüren wird? Kein Problem, die heute Verantwortlichen sind dann schon mal weg und in der Badi.
Durchwursteln heisst fehlende Ambition. Wer wurstelt, ist mit praktisch jedem erzielten Resultat zufrieden – weil wursteln kein Ziel und keinen Plan notwendig macht. Wursteln ist ein Freipass für die Entscheidungstragenden, jede Entwicklung kann später als Erfolg kommuniziert werden. Wir werden hören: „Sehen Sie, das ist genau, was wir erreichen wollten – die Strategie des Durchwurstelns hat funktioniert!”
Durchwursteln heisst fehlende Haltung. Wer wurstelt, zeigt kein Rückgrat, keine Zivilcourage, ist eine Fahne im Wind. Je nach erfolgversprechendstem Karrierepfad kann das Spiel abgeändert, die Regeln flexibel interpretiert oder gar zum eigenen Vorteil angepasst werden. Glaubwürdige Kommunikation und verlässliche Werte werden rar und zum Luxusgut.
Durchwursteln heisst fehlendes Selbstbewusstsein. Wer wurstelt, delegiert entscheidend wichtige Fragen zur Beantwortung an andere. Die zufriedene Selbstaufgabe kann kein Ziel eines normal selbstbewussten Menschen sein.
Durchwursteln heisst fehlender Mut. Klare Ziele zu setzen und zu kommunizieren und dafür privat, beruflich und öffentlich einzustehen braucht Mut. Das gilt besonders in unsicheren Zeiten, mit eindrücklich schnellen und nicht vorhersehbaren Veränderungen und Entwicklungen. Mut heisst gestalten – des eigenen Lebens, und der Beziehungen zu den Menschen, die wir mit unseren täglichen Entscheiden direkt und indirekt berühren.
Wir wissen: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
Gerade jetzt braucht die Schweiz leidenschaftlich engagierte Menschen und Unternehmende mit grossen Visionen, mutigen Entscheiden und einem klaren Plan - damit nicht nur die Wurst, sondern auch das Durchwursteln sein Ende findet.
Christian Häuselmann ist passionierter Ökonom, Innovator und Serial Entrepreneur. Vision ist das langfristig nachhaltige Handeln von Menschen und Firmen. Er ist u.a. Mitgründer des FLYER Elekrobike (1993), Wirtschaftsverband swisscleantech (2007), Nachrichtenagentur Café Europe und SHIFT Switzerland / Kreislaufwirtschaft (2010). 2018 hat er die Zukunftsinitiative www.2291.ch lanciert, inspiriert vom Denken für 7 Generationen. #trylongterm