Bundesrat setzt auf Diversifizierung der Wirtschaftsbeziehungen
14 Januar 2026 14:31
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(CONNECT) Die geoökonomischen Spannungen und Unsicherheiten in den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen setzen die Schweiz zunehmend unter Druck. Das geht aus dem Aussenwirtschaftsbericht 2025 vor, den der Bundesrat am 14. Januar verabschiedet hat.
Der Bericht verweist auf die grundlegende Neuausrichtung der US-Handels- und Wirtschaftspolitik, aber auch auf die generelle Tendenz zur Regionalisierung des Welthandels und Fragmentierung der Wertschöpfungsketten. Das Jahr 2025 dürfte in dieser Hinsicht vermutlich „als handelspolitische Zäsur in die Geschichte eingehen“, heisst es in dem Bericht. Die Schweiz als mittelgrosse, offene Volkswirtschaft mit wenig eigenen natürlichen Ressourcen und einem kleinen Binnenmarkt ausserhalb der grossen Blöcke sei dabei besonders herausgefordert.
Die Schweiz sollte daher ihre Wirtschaftsbeziehungen diversifizieren und bilateral wie multilateral absichern. Dazu gehört etwa das Paket der Bilateralen III, mit denen die Schweiz den Zugang ihrer Unternehmen zum EU-Binnenmarkt absichert und weiterentwickelt. Dazu gehört aber auch die Verabschiedung des Freihandelsabkommens der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) mit dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur, das 2025 unterzeichnet worden ist. Die Schweiz soll aber auch die Reform der Welthandelsorganisation (WTO) unterstützen und ihren Einfluss etwa in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stärken.
Besondere Akzente hat die Schweiz zusammen mit Neuseeland, Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten durch die Gründung der Future of Investment and Trade Partnership gesetzt. Darin setzen sich derzeit 16 kleine und mittelgrosse, international ausgerichtete Länder für einen fairen und regelbasierten Handel ein.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) wird gemäss dem Bericht die bestehende Aussenwirtschaftsstrategie einer vertieften Prüfung unterziehen. Sie wird dafür mit den verschiedenen Ansprechpartnern im Parlament und in der Aussenwirtschaft in Dialog treten. ce/ug