Berufsbildung ist eine Investition in unser aller Zukunft
05 Januar 2026 10:37
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Ich brenne für die Berufsbildung. Wir können es nicht oft genug betonen: Bildung ist eine der wichtigsten Ressourcen, die der Schweiz Wohlstand und sozialen Frieden sichert. Dazu gehört die Berufsbildung, nicht nur weil wir den Fachkräftemangel damit bestmöglich beheben können, sondern auch, um jungen Menschen – und zwar allen jungen Menschen – bestmögliche Zukunftschancen zu vermitteln. Viele Länder leiden jedoch unter starker Jugendarbeitslosigkeit und damit auch unter der Gefahr von sozialen Unruhen. In Zeiten, in welchen populistische Kräfte die Demokratie gefährden, tut die Schweiz gut daran, in die Berufsbildung zu investieren.
Am Anfang stand das Engagement von Sulzer
Die Firma Sulzer legte 1870 mit ihrer ersten Ausbildungsstätte für Industrieberufe die Basis für das viel gerühmte duale Berufsbildungssystem. Viele Regierungen dieser Welt, die heute gegen hohe Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel zu kämpfen haben, reisen zu uns in die Schweiz, um das System kennenzulernen. Zentral am Erfolg ist, dass es in der gemeinsamen Verantwortung von Wirtschaft, Bund und Kantonen liegt und mit Ausbildungsmöglichkeiten für neue Berufsbilder ständig weiterentwickelt wird. Natürlich sind auch bei uns Fachkräfte teilweise Mangelware. Wir holen Arbeitskräfte aus dem Ausland, die dort ebenso dringend benötigt würden. Umgekehrt bieten wir auch Migrantinnen und Migranten einen reichhaltigen Bildungsrucksack.
Berufsbildungszentrum Schaffhausen feiert Geschichte und macht die nächsten Schritte
In Schaffhausen feiert das Berufsbildungszentrum BBZ sein 150-jähriges Bestehen. Es wurde als Berufsschule für gewerblich-industrielle Berufe gegründet, heute sind dort aber auch die Auszubildenden im Gesundheitsbereich und weiterer Branchen beheimatet. Berufsmatura-Klassen gehören ebenso selbstverständlich zum Ausbildungsangebot wie die Integrations-Vorlehre für Jugendliche, die es aus sprachlichen oder gesundheitlichen Gründen schwerer haben als andere. Die Schule modernisiert sich laufend, was sich auch in der Schulleitung mit einer Frauenmehrheit abbildet.
Zum Jubiläum durfte ich für das BBZ eine zwölf-teilige Podcast-Serie realisieren. Hier kommt nicht nur der Direktor zu Wort oder werden historische Aspekte zum Standort beleuchtet. Auch eine Gastronomie-Lernende mit Schweizermeistertitel erzählt von ihrer ansteckenden Leidenschaft für den Beruf, und die derzeitige Beauftragte zur Umsetzung der Pflegeinitiative erklärt, wie sie die Pflegeberufe bei den Jungen attraktiver machen will.
Ich bin dankbar, in einem Land zu leben, das mit Bildungschancen für alle in die Zukunft investiert. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil die Durchlässigkeit im Schweizer Bildungssystem die Karrierechancen in jeder Berufsgruppe ermöglicht. Ein erfolgreiches Mittel, das die Bildung einer Zweiklassengesellschaft zu verhindern oder zumindest einzudämmen vermag.
Karin Landolt ist Inhaberin der Kommunikationsagentur Gesprächskultur.ch. Zuvor war sie im Journlismus als Lokal- und Inlandredaktorin sowie als Blattmacherin tätig. Heute ist sie Verwaltungsrätin beim Online-Magazin Republik.