Zürcher Steuer treibt Start-ups ins Ausland

29. Juni 2016 14:11

St.Gallen/Schlieren ZH - Wenn der Kanton Zürich an seiner Besteuerungspraxis von Startups festhält, wird mehr als ein Drittel der Betroffenen ins Ausland ziehen. Das zeigt eine Umfrage des Start-up-Förderers venturelab. Ein weiteres Drittel zieht in einen anderen Kanton.

Der Streit um die Zürcher Praxis bei der Berechnung von Unternehmenswerten für die Vermögenssteuer will nicht aufhören. Der Start-up-Förderer venturelab mit Sitz in St.Gallen und Schlieren ZH hat nun die Ergebnisse einer Umfrage unter 61 betroffenen Jungunternehmen vorgelegt. Danach wollen 37 Prozent der Betroffenen ihren Sitz ins Ausland verlegen, 33 Prozent in einen anderen Kanton. Nur 15 Prozent erwägen keine Verlagerung.

Die Unternehmen fürchten nicht nur eine hohe Besteuerung ihrer Eigentümer, deren Löhne zu 38 Prozent unter 100.000 Franken im Jahr liegen. Sie gehen auch davon aus, dass die Finanzierung im Kanton aufgrund der Steuerpraxis austrocknet. So gehen 70 Prozent der Befragten davon aus, dass die Finanzierung sehr viel schwieriger werden wird, 20 Prozent meinen, dass sie sogar fast unmöglich wird. Für die verbleibenden 10 Prozent ist die externe Finanzierung derzeit nicht relevant.

Diejenigen Unternehmen, die abzuwandern bereit sind, wollen bis 2020 insgesamt 1050 Arbeitsplätze schaffen. „Der Steuerausfall durch die fehlende Einkommenssteuer der Mitarbeiter ist ein vielfaches höher als die willkürlich erzwungene Vermögenssteuer aus dem viel kleineren Gründersubstrat“, wird Matthias Haussmann in der Zusammenfassung der Umfrage zitiert, Gründer und Chef der Uepaa AG.

Zürich hat bis 2014 die sogenannte Praktikermethode bei der Berechnung des Unternehmenswerts verwendet. Diese beruht auf einer Mischung aus Substanz- und Verkehrswert. Neu berechnet Zürich den Wert von Start-ups aufgrund der Ergebnisse von Finanzierungsrunden. stk

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