Versicherungen innovieren durch Kooperation

21. November 2022 13:50

Basel - Die Versicherungsbranchen der Kantone Basel-Stadt und Zürich trafen sich in Basel zur sechsten Ausführung der Veranstaltungsreihe „Zürich meets Basel“. Dabei beleuchteten Fachleute die Chancen, die insbesondere durch Kooperationen mit Insurtechs entstehen.

Die Veranstaltung der beiden Kantone Basel-Stadt und Zürich zog über 150 Gäste mit der Frage an: „Insurtech - Wohin geht die Reise in der Versicherungsindustrie?“ Fokus lag auf den Herausforderungen der Branche. Diese seien durch die Suche nach Fachkräften und den technologischen Wandel geprägt, betonte die Gastgeberin von Zürcher Seite, Regierungsrätin Carmen Walker Späh. Alexander Braun von der Universität St.Gallen gab einen Überblick auf die gute Entwicklung der Schweizer Versicherungsunternehmen, die jedoch in positiven Phasen Innovationen vorantreiben müssten. Aspekte wie die Sharing-Ökonomie bedürften neuer Ansätze. Für diese seien der Aufbau von Plattform-Lösungen und Kooperationen etwa mit Start-ups – sogenannten Insurtechs – zentral. Er sagte: „Die Bedrohung kommt von grossen Tech-Unternehmen oder aus anderen Branchen.“

Vertreter der anwesenden Versicherungsunternehmen wie Baloise, Zurich oder Generali bekräftigen, dass zahlreiche Kooperationen auch mit Insurtechs in die Wege geleitet seien. Juan Beer, CEO Schweiz der Zurich Insurance, betonte, wie wichtig Netzwerkgelegenheiten seien, bei denen Akteurinnen und Akteure der Branche mögliche gemeinsame Themen debattieren könnten. Michael Müller, CEO Schweiz der Baloise, sagte: „Wir denken häufig zu kleinräumig – dieser Anlass ist eine Ausnahme.“ Auf dem Podium standen dabei auch erfolgreiche Insurtech-Vertreter wie Michael Dritsas, CEO des Zürcher Insurtechs vlot. Einblicke in den Aufstieg des momentan wertvollsten privaten Insurtechs wefox gab Karin Bechtiger als COO von wefox insurance Schweiz. Ursprünglich aus der Schweiz kommend, ist es heute in sechs Ländern aktiv.

Doch es wurde auch Kritik laut. Andreas Iten vertrat die These, dass die Schweiz in Bezug auf die Insurtech-Dichte noch einiges nachzuholen habe. Der Co-Gründer und CEO des Inkubators und Accelerators F10 sagte, dass hieran gerade etablierte Unternehmen mit stärkeren Investitionen etwas ändern könnten. In der Schweiz würden trotz einer global starken Versicherungsbranche momentan 55 Insurtechs gelistet, Deutschland zähle rund 140. Das Potenzial der Schweiz und der beiden Wirtschaftsräume um Basel und Zürich betonte in seinem Schlusswort auch der Basler Gastgeber, Regierungsrat Kaspar Sutter. Er sagte: „Ich wünsche mir von Kapitalseite mehr Risikolust.“ yvh

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