Vancouvers neue Stadtplanung soll indigene Kulturen erhalten

10. März 2022 09:47

Vancouver - Vancouver will seine Stadtplanung zur Förderung indigener Kulturen neu gestalten. Die kanadische Stadt will mit geförderten Wohnungen und Raumnutzung aus indigener Sicht Sicherheit herstellen und Kreativität fördern.  

In Vancouver fördere eine neue Art von indigener Gemeinschaft durch gemeinsamen Wohnraum und lokale Führung die Belastbarkeit, Gesundheit, Kreativität und Kultur, heisst es in einem Artikel des kanadischen Online-Magazins Shareable. Dazu gehöre „ein Generationen übergreifendes Nachdenken über die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse der Gemeinschaft, eine Planungsebene, die es bisher aufgrund des Ausschlusses der indigenen Bevölkerung von solchen Prozessen nicht gegeben hat“, wird Carole Ann Hilton zitiert, eine Unternehmerin mit Nuu chah nulth-Abstammung von der Hesquiaht Nation und Gründungsgeschäftsführerin des Indigenomics Institute. Als Beispiele werden der Bedarf an Mehrzweckräumen etwa für Beerdigungen oder für Tanzgruppen und andere kulturelle Aktivitäten angeführt.

Ein weiteres Beispiel sind Sozialwohnungen, die der Kreativität einen sicheren Raum bieten können. Caroline Phelps, Koordinatorin des Artist-in-Residence-Programms und Cultural Liaison Lead in der Skwachàys Lodge, einem sozialen Unternehmen, das Künstlern Hotelzimmer vermietet, beschreibt subventionierten Wohnraum als eine Form der kulturellen Bewahrung. „Wir helfen damit, unsere Kultur am Leben zu erhalten“, sagt sie laut dem Artikel.

Hilton fährt fort, dass es notwendig sei, „ein breiteres Spektrum indigener Beteiligung zu betrachten“. Man müsse „den Raum aus indigener Perspektive sehen und nutzen“. Als Beispiel dafür, wie sich die Dinge mit indigener Beteiligung ändern könnten, führt sie das bevorstehende Grossprojekt der Squamish First Nation, Sen̓áḵw, an. „Die Grösse und der Umfang einer Wohnsiedlung dieser Grössenordnung und Bedeutung ... kann die Skyline der Stadt Vancouver verändern“, wird sie in dem Artikel zitiert. Damit werde die wirtschaftliche Macht der Ureinwohner zu einem zentralen Punkt.

Senáḵw ist als ökologisch nachhaltige Wohnsiedlung geplant, die laut dem Artikel das grösste Null-CO2-Wohnprojekt in Kanada werden könnte. Aus Sicht von Hilton kann das von Indigenen entwickelte Design, die Partnerschaft, die Finanzierung und der Wohnungsbau ein „Game Changer“ mit tiefgreifender Veränderung sein, der die wachsende wirtschaftliche Stärke indigener Gemeinschaften hervorhebt. em

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