Universität Zürich misst Biodiversität aus der Luft

09. Juni 2021 10:45

Zürich - Die Universität Zürich führt im Auftrag der europäischen und der amerikanischen Weltraumbehörden ESA und NASA Testflüge in ganz Europa durch. Dabei analysieren die Forschenden anhand neuer Spektrometer Vegetation und Biodiversität.

Die Universität Zürich (UZH) führt vom Flugplatz Dübendorf ZH aus noch bis Ende Juni Erkundungsflüge über ausgewählten Regionen in ganz Europa durch. Als Partnerin von ESA und NASA hilft die Hochschule mit mehreren ihrer Institute bei der Entwicklung eines neuen Sensorgeräts zur Fernerkundung. Das dabei verwendete Spektrometer Aviris-NG werde wissenschaftlich interessante Informationen zum Zustand der Vegetation liefern.

Die UZH dürfe diese exklusive Partnerschaft durchaus als Auszeichnung verstehen, heisst es in ihrer Mitteilung. „Wir sind in der abbildenden Spektroradiometrie sowie in der Analyse der Vegetation mittels Fernerkundungsdaten wissenschaftlich an vorderster Front“, wird Dr. Andreas Hüni vom Remote Sensing-Labor des Geographischen Instituts der UZH zitiert.

Für die Ökologin und Molekularbiologin Meredith Schuman, Professorin für Spatial Genetics an der UZH, bedeuten diese Testflüge eine grossartige Gelegenheit, neue Verfahren zur Fernerkundung von Pflanzen und Biodiversität zu entwickeln: „Das ganze Spektrum erlaubt eine umfassende Charakterisierung der Pflanzen.“ So misst das Spektrometer etwa die Lichtabsorption und -reflektion der Blätter überflogener Buchen und gibt so Auskunft über die Vitalität und Stressbelastung der Bäume. Messdaten im nahen Infrarotbereich ermöglichten darüber hinaus Rückschlüsse zum Wasserhaushalt. Andere Frequenzen deuteten auf Unterschiede in Molekülen wie Polyphenole oder Stickstoff. „Das Anwendungspotenzial ist riesig.“

Am Geographischen Institut der UZH arbeiteten die Forschenden also an Beobachtungsmethoden der Zukunft, so die UZH. Diese seien gerade auch wegen des Klimawandels von enormer Bedeutung. mm

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