Tessin entwickelt Strategie für den Neustart

07. Juli 2021 12:19

Bellinzona - Das Tessin ist bisher fast ebensogut aus der Pandemie gekommen wie der Rest der Schweiz. Das belegten die Teilnehmer einer Pressekonferenz über die Pläne des Kantons für den Neustart. Dafür hat eine Strategiegruppe vier Handlungsfelder definiert: Innovation, Bildung, Verwaltung und Infrastruktur.

Nach den pandemiebedingten Einschnitten ist auch der Kanton Tessin auf Erholungskurs. Das betonten die Teilnehmer einer Medienkonferenz des Kantons. Das Tessin befände sich dabei im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in einer privilegierten Position, obwohl der Kanton der einzige in der Schweiz war, der einen kompletten Lockdown hinnehmen musste, fasst die Tageszeitung „Corriere del Ticino“ deren Ergebnisse zusammen. Doch stehe er dem Rest der Schweiz in nichts nach. Die Basis für den Neustart sei ausgesprochen solide.

Wie der Vorsteher des Tessiner Finanz- und Wirtschaftsdepartements, Christian Vitta, betonte, habe die öffentliche Verwaltung die notwendigen Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft getroffen. Sein Departement stellte anlässlich der Medienkonferenz auch die Arbeitsergebnisse einer Strategiegruppe zur Wiederbelebung des Kantons vor. Dafür identifizierte diese Gruppe in ihrer unverbindlichen „360 Grad-Vision“ vier Handlungsbereiche: Forschung und Innovation, Bildung, öffentliche Verwaltung und Infrastruktur. Um mögliche Interventionen innerhalb dieser Makrobereiche umzusetzen, werde „eine gemeinsame Vision und Anstrengung aller beteiligten Akteure notwendig sein“, so Vitta. Die nächsten Schritte bestünden in der Umsetzung bestehender öffentlicher Richtlinien, im Kommunizieren von Inhalten und der Gewährung von Krediten. 

Wie RSI News berichtet, empfehle die Strategiegruppe auch eine Erhöhung der Investitionen in Forschung und Innovation. Zudem sollten Synergien zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft gestärkt, die Null-Kilometer-Wirtschaft gefördert und eine besonders betroffene Gruppe unterstützt werden: Frauen. Claudia Sassi von der Sektion Arbeit des Departements für Finanzen und Wirtschaft erklärte, dass ab September die Wiedereingliederung von Arbeitslosen über 50 Jahren erleichtert und eine Wiedereingliederungsstrategie für Frauen entwickelt werde, etwa durch die verstärkte Unterstützung weiblicher Mikrounternehmerinnen.

In der Bildung würden laut Medienberichten Anstrengungen bezüglich der digitalen Kompetenzen, der Berufsberatung und des Ausbildungsmanagements in Unternehmen unternommen. Auch in der öffentlichen Verwaltung werde die Digitalisierung ein zentrales Thema sein. Besonderes Augenmerk liege auf der Zukunftsfähigkeit und Chancengleichheit von Unternehmen und Gemeinden. mm

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