Swissuniversities drängt auf Anschluss an Horizon Europe

30. Juni 2021 14:53

Bern - Die Rektorenkonferenz der Schweizerischen Hochschulen fordert den Anschluss der Schweiz an das europäische Forschungsprogramm Horizon Europe ein. Dazu müsse der Bund die Beziehungen zur EU schnellstmöglich stabilisieren, meint swissuniversities.

Swissuniversities macht sich für den Anschluss der Schweiz an das europäische Forschungsprogramm Horizon Europe stark. Das Land sei 2004 erstmals den europäischen Forschungrahmenprogrammen als assoziiertes Land beigetreten, informiert die Rektorenkonferenz der Schweizerischen Hochschulen in einer Mitteilung. Der Status der Schweiz im Programm Horizon Europe 2021-2027 hing jedoch vom Ausgang der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU ab. Diese hatte der Bundesrat vor einem Monat abgebrochen.

Die Forschung sehe sich dadurch „als Geisel in einem politischen Spiel“, schreibt swissuniversities. Die Rektorenkonferenz fordert Bundesrat und Parlament auf, „die Beziehungen zur Europäischen Union so schnell wie möglich zu stabilisieren“. Ein Abstieg der Schweiz in den Drittlandstatus werde schwerwiegende Folgen haben.

Konkret könnten Schweizer Forschende dann europäische Projekte nicht mehr koordinieren, wird in der Mitteilung erläutert. Sie könnten zudem auch keine ERC-Grants des Europäischen Forschungsrats mehr erhalten. Im letzten Horizon-Programm waren hier insgesamt mehr als 1 Milliarde Franken an Forschende in der Schweiz geflossen. Ohne eine Assoziierung an das europäische Programm drohe der Schweiz darüber hinaus eine Abwanderung von Talenten in andere europäische Länder, warnt swissuniversities. Für die heimischen KMU versiege zudem die Förderung von Projekten zur Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen. hs

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