Swiss Medtech präsentiert Reformagenda für die Branche

18. Mai 2022 10:15

Bern - Swiss Medtech hat vor grossem Publikum sein Zielbild für den Medtech-Standort Schweiz bis zum Jahr 2030 präsentiert. Der Branchenverband plädiert für mehr Handlungsspielraum statt Überregulierung, aussereuropäische Zertifikate sowie bessere Fördermodelle.

Der Medizintechnikverband Swiss Medtech hat am 17. Mai vor mehreren Hundert Gästen seine Reformagenda vorgestellt. Das Zielbild „Medtech-Standort Schweiz 2030“ sei umso wichtiger, als die Wettbewerbsfähigkeit der Branche im Zusammenhang mit dem Abbruch der Verhandlungen zum institutionellen Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union geschwächt wurde, heisst es in einer Medienmitteilung.

„Darüber hinaus muss sich die Schweiz Richtung neue Märkte weltweit öffnen“, wird Präsident Dr. Beat Vonlanthen zitiert. Gleichzeitig beklagt er, dass bei der Beschaffung von Medizinprodukten „einzig und allein“ auf solche mit europäischen Zertifikaten abgestellt werde: „Wir müssen unseren Spielraum auf aussereuropäische Kennzeichen ausweiten.“

Innovationen sollten nicht nur von der Idee bis zum Prototyp gefördert werden. Stattdessen müssten neue Produkte schneller ihren Weg zu den Patientinnen und Patienten finden. Dafür sollten Fördergelder wie von Innosuisse „gezielter auf Innovationsprojekte mit dem grössten Marktpotenzial umgeschichtet und neu auch direkt an Unternehmen ausbezahlt werden“, so Swiss Medtech-Direktor Peter Biedermann.

Zur langfristigen Erfassung und Auswertung von Qualitätsindikatoren auf dem gesamten „Patientenpfad“ müsse die Digitalisierung schneller vorankommen, unterstrich Roman Iselin, Vizepräsident bei Johnson & Johnson und Swiss Medtech-Vorstandsmitglied. Schliesslich betonte Ypsomed-CEO Simon Michel, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil begriffen werden müssten. mm

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