Schweiz verbraucht mehr Strom und produziert weniger

14. April 2022 14:41

Bern - Der Stromverbrauch in der Schweiz ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank die Stromproduktion um 8,2 Prozent. Verbrauchssteigernd wirkten die Entwicklung von Wirtschaft und Bevölkerung sowie die Witterung. Verbrauchssenkend wirkten Effizienzeffekte.

Die Schweiz hat im Jahr 2021 durchschnittlich 4,3 Prozent und damit 2,4 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom verbraucht als im Vorjahr. Die Steigerung entspricht laut einer Medienmitteilung des Bundesamts für Energie in etwa dem Jahresverbrauch von 479'800 Haushalten.

Mit 9 Prozent am höchsten war der Anstieg im zweiten Quartal, als die Schweiz weitgehend im Lockdown war. Neben diesen „pandemiebedingten kompensatorischen Effekten“ im zweiten Quartal wirkten 2021 die allgemeine Wirtschaftsentwicklung (Bruttoinlandprodukt +3,7 Prozent), die Bevölkerungsentwicklung (+0,8 Prozent) und die Witterung (15,3 Prozent mehr Heiztage) verbrauchssteigernd. Hingegen wirkten Effizienzsteigerungen verbrauchssenkend.

Gleichzeitig sank die Stromproduktion um 8,2 Prozent auf 64,2 Milliarden Kilowattstunden. In allen Quartalen lag die Landeserzeugung unter dem jeweiligen Vorjahreswert, im vierten Quartal sogar bei minus 18,6 Prozent. Die Produktion der Wasserkraftanlagen sank durchschnittlich um 2,7 Prozent. Im Sommer stieg sie um 2,5 Prozent, in den beiden Winterquartalen sank sie hingegen um 9,2 Prozent.

Daraus ergab sich ein Importüberschuss von 2,4 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht einem negativen Aussenhandelssaldo von 258 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte die Schweiz noch einen positiven Aussenhandelssaldo von 293 Millionen Franken verbucht.

Die Verfügbarkeit der Schweizer Kernkraftwerke lag 2021 bei 71,9 Prozent. Vor allem infolge der mehrmonatigen Revision des Kernkraftwerks Leibstadt sank deren Stromproduktion um 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An der gesamten Elektrizitätsproduktion hatten die Wasserkraftwerke einen Anteil von 61,5 Prozent, die Kernkraftwerke von 28,9 Prozent sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen von 9,6 Prozent. mm

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