Schweiz exportiert mehr Kriegsmaterial

12. Juli 2022 12:40

Bern - Schweizer Unternehmen haben im ersten Semester 2022 Kriegsmaterial im Wert von 516,6 Millionen Franken exportiert. Dies sind 159,8 Millionen Franken mehr als im ersten Semester 2021. Die Steigerung geht vor allem auf Lieferungen von Flugabwehrsystemen nach Katar zurück.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat Schweizer Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 die Ausfuhr von Kriegsmaterial im Wert von insgesamt 516,6 Millionen Franken bewilligt, informiert das SECO in einer Mitteilung. In der Vorjahresperiode wurde Kriegsmaterial im Wert von 356,8 Millionen Franken exportiert. Die Ausfuhren von Kriegsmaterial fielen von Periode zu Periode oft sehr unterschiedlich aus, erläutert das SECO. 

Der Anstieg im Berichtssemester war grösseren Einzelgeschäften geschuldet. Besonders stark fielen dabei Lieferungen im Wert von 117,5 Millionen Franken nach Katar ins Gewicht. Hierbei habe es sich hauptsächlich um Flugabwehrsysteme gehandelt, die zum Schutz der Stadien während der Fussball-Weltmeisterschaft der Männer in diesem Winter eingesetzt werden sollen, schreibt das SECO. 

Weitere grosse Abnehmer von Kriegsmaterial stellten im Berichtssemester Dänemark, Saudi-Arabien, Deutschland und Botswana dar. Dänemark und Botswana bezogen hauptsächlich gepanzerte Radfahrzeuge des Typs Piranha. Deutschland bezog neben Munition und Ersatzteilen auch Hand- und Faustfeuerwaffen. Nach Saudi-Arabien wurden ausschliesslich Ersatzteile und Munition für Flugabwehrsysteme geliefert, da der Export von Kriegsmaterial, das im Jemen-Konflikt Verwendung finden könnte, seit 2016 verboten ist. Auch der Ausfuhr von Kriegsmaterial in die Ukraine ist aufgrund des neutralitätsrechtlichen Gleichbehandlungsgebots und des Kriegsmaterialgesetzes weder direkt noch über Drittstaaten erlaubt. hs

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