Schweiz braucht Bildung und Automatisierung

10. Januar 2022 12:00

Olten SO - Die Schweiz muss dem akuten Fachkräftemangel mit einer Bildungsoffensive begegnen, so der Verband Angestellte Schweiz. Ausserdem müsse das Potenzial von Digitalisierung und Automatisierung ausgeschöpft werden. Andernfalls gefährde dies den Wohlstand des ganzen Landes.

Der bisherige Fachkräftemangel wird zum globalen Ressourcen-Engpass, analysiert der Verband Angestellte Schweiz in seinem aktuellen Papier mit eben diesem Titel. Dabei beruft sich Angestellte Schweiz auf Daten des Personalvermittlers Dynajobs AG. Dieser Ressourcen-Engpass werde der Schweiz bis 2025 Einbussen der Wirtschaftsleistung in Höhe von 60 Milliarden Franken bescheren.

Aktuell fehlten 85'000 Fachkräfte. Dynajobs-Analysen zufolge soll diese Zahl bis 2025 auf 365'000 steigen. Stark bis sehr stark betroffen sein würden 229 Berufsausbildungen in 15 Branchen mit 2,3 Millionen Arbeitsplätzen. Der Trend werde sich bis 2035 weiter verschärfen. Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren funktioniere nicht mehr, da sie auch in anderen Ländern dringend benötigt würden.

„Die Ressourcenknappheit ist eines der bedeutendsten Geschäftsrisiken in der Industrie und mittelfristig eine Gefahr für den Innovationsstandort Schweiz“, wird Alexander Bélaz, Präsident von Angestellte Schweiz, in einer Medienmitteilung zitiert. „Wenn der zweite Sektor geschwächt wird, gefährdet dies den Wohlstand des ganzen Landes.“

Einziger Ausweg sei, „die bestehenden Ressourcen besser einzusetzen“, so Tino Senoner, Geschäftsführer von Dynajobs. Bélaz tritt in diesem Zusammenhang für eine Bildungsoffensive ein, „damit die Skills aller Arbeitskräfte besser auf die Anforderungen der Unternehmen und Organisationen passen“. Darüber hinaus müssten Unternehmen das Potenzial von Digitalisierung und Automatisierung „voll ausschöpfen, gerade in der Industrie, aber auch im Gesundheitswesen. Dadurch werden neue Arbeitsplätze im Inland geschaffen.“ mm

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