Post gründet IT-Entwicklung in Portugal

13. September 2022 12:06

Bern - Der Fachkräftemangel in der Schweiz veranlasst die Post dazu, in Lissabon eine eigene IT-Entwicklung aufzubauen. In den kommenden Jahren soll die Zahl der dortigen Mitarbeitenden von 50 auf 120 wachsen. Am IT-Hauptstandort Schweiz will die Post bis 2030 zusätzlich 200 neue IT-Arbeitsplätze schaffen.

Die Post eröffnet in Portugal einen eigenen Standort für die IT-Entwicklung. Damit reagiert sie laut einer Medienmitteilung auf den Mangel an Fachkräften im eigenen Land. Die Post zitiert Schätzungen, wonach bis zum Jahr 2028 in der Schweiz rund 35'000 Informatikfachkräfte fehlen werden.

Sie selbst vermeldet für Ende August rund 70 vakante Informatikstellen. Die Suche nach qualifizierten Datenspezialistinnen und -spezialisten dauert den Angaben zufolge oft über neun Monate. Und eine Trendwende sei nicht in Sicht. Ausserdem stünden in den kommenden zehn Jahren rund 270 Pensionierungen an.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Post entschieden, in Portugal einen IT-Entwicklungsstandort mit 50 Mitarbeitenden zu schaffen. Ihre Zahl soll in den kommenden Jahren auf rund 120 wachsen. Lissabon bietet ihrer Ansicht nach unter mehreren evaluierten möglichen Standorten die besten Voraussetzungen: „Das Knowhow der dortigen IT-Fachkräfte ist gross, die Qualität der Arbeit hoch, und die Arbeitsbedingungen sowie die Arbeitskultur sind ähnlich wie in der Schweiz.”

Wie Post-Informatikchef Wolfgang Eger betont, würden keine Schweizer Arbeitsplätze nach Portugal ausgelagert. „Vielmehr sichern wir uns in Portugal jene IT-Fachkräfte, die wir in der Schweiz nicht mehr ausreichend rekrutieren können.” Doch soll die Schweiz für die Post der Informatikhauptstandort bleiben und weiterentwickelt werden. Hierzulande will sie bis 2030 voraussichtlich rund 200 neue IT-Arbeitsplätze schaffen. mm

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