Plattform ermöglicht Szenarien für energieautarkes Europa

13. Juni 2022 11:22

Zürich - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Technischen Universität Delft haben ein interaktives Energiemodell Europas lanciert. Die freizugängliche Online-Plattform zeigt hunderte Optionen auf, mit denen Europa bis 2050 unabhängig von Energieimporten werden könnte.

Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Technischen Universität Delft (TU Delft) zeigen in einer neuen Studie, wie Europa seinen Energiebedarf in Zukunft ausschliesslich aus eigenen, erneuerbaren Energiequellen decken könnte. Dazu haben sie einer Medienmitteilung zufolge mehr als 400 kosteneffiziente und technisch umsetzbare Möglichkeiten in einem Modell zusammengestellt. Entscheidungsträger, Analysten und Forschende können damit verschiedene Optionen vergleichen und miteinander kombinieren.

In das Modell fliessen für 35 Länder stündlich schwankende Ströme aus Elektrizität, Wärme, Wasserstoff, synthetischen Kohlenwasserstoffen und Biokraftstoffen ein. Es bildet sowohl die Nachfrage als auch das Angebot aus erneuerbaren Energiequellen ab, „die auf bewährten und bereits kommerziell verfügbaren Technologien beruhen, über unterschiedliche Sektoren und Regionen verteilt“. Dadurch sind auch regionale Szenarien möglich.

Die Nutzenden der Plattform können selbst entscheiden, wie stark das System auf flexiblen Technologien und Ausgleichsmechanismen wie Speicherkapazität, Biotreibstoffen, der Elektrifizierung von Verkehr und Wärme oder der Energieverteilung innerhalb Europas beruhen soll. „Indem die Nutzer diese Faktoren beliebig variieren, werden unterschiedliche Zielkonflikte und komplexe Zusammenhänge im Energiesystem sichtbar“, wird Stefan Pfenninger, einer der Mitautoren von der TU Deflt, in der Medienmitteilung zitiert.

Die Szenarien sollten aber nicht als Prognose verstanden werden, warnen die Autoren. Vielmehr sollen sie den Entscheidungsträgern Orientierung geben und ein besseres Verständnis für mögliche Energiesysteme sowie ihre Vor- und Nachteile schaffen. ko

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