Plastik schadet Klima und Gesundheit mehr als gedacht

06. Dezember 2021 13:24

Zürich - Die negativen Auswirkungen von Plastik sind deutlich unterschätzt worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Sie untersuchte die Klima- und Gesundheitswirkung der weltweiten Wertschöpfungskette von Kunststoffen über zwei Jahrzehnte.

Plastik ist wesentlich klima- und gesundheitsschädlicher als bisher angenommen. Wie eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) zeigt, wurde das relative Gewicht der Produktion gegenüber der Entsorgung deutlich unterschätzt. Die öffentliche Aufmerksamkeit habe sich auf das Entsorgungsproblem am Ende des Lebenszyklus von Kunststoffen konzentriert, etwa auf Plastik im Meer oder Luftschadstoffen bei Verbrennung. Hingegen hätten sich nur wenige Studien mit den schädlichen Auswirkungen bei der Herstellung befasst.

Wie es in einer Medienmitteilung heisst, habe deshalb ein Team von Forschenden um Senior Scientist Stephan Pfister vom Institut of Science, Technology and Policy und Stefanie Hellweg, ETH-Professorin für Ökologisches Systemdesign am Institut für Umweltingenieurwissenschaften, „in akribischer Kleinarbeit" die weltweite Wertschöpfungskette von Kunststoffen über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten analysiert.

Sie wiesen nach, dass frühere Schätzungen völlig an der Wirklichkeit vorbeizielen. Bisher, so Livia Cabernard, eine der Studienautorinnen, sei man vereinfachend davon ausgegangen, „dass die Produktion von Plastik ungefähr die gleiche Menge an fossilem Brennstoff erfordert wie als Rohstoff – meist Erdöl – in Plastik enthalten ist“.

In Wahrheit sei es doppelt so viel. „Selbst in einem Worst-Case-Szenario, in dem alle Kunststoffe verbrannt würden, verursacht deren Produktion den Löwenanteil der gesamten Treibhausgas- und Feinstaubemissionen.“ Das, so die ETH, habe Konsequenzen für die Bewertung von Umweltfolgen. Die für diese Forschung verwendete Methode, eine multiregionale Input-Output-Analyse, hatte Cabernard zuvor in ihrer Doktorarbeit unter Leitung von Hellweg und Pfister entwickelt. mm

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