Pharmaindustrie sorgt sich um Wettbewerbsfähigkeit

01. Februar 2022 15:08

Basel - Interpharma fordert einen schnelleren Zugang für Patienten zu neuen Arzneimitteln. Des Weiteren sind dem Verband der forschenden Pharmaindustrie zufolge stabilere Beziehungen mit der EU sowie ein Nein zur Initiative für ein Verbot von Tier- und Menschenversuchen vonnöten, um den Pharmastandort Schweiz zu sichern.

Die forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz haben bei einer Medienkonferenz ihres Verbandes Interpharma Forderungen an die Politik gestellt. So verlangen sie Zugang von Patienten zu neuen Medikamenten ab dem Tag der Marktzulassung, heisst es in einer Medienmitteilung.

Hintergrund ist, dass die Zeit von der Marktzulassung durch die Zulassungsbehörde Swissmedic bis zur Vergütung durch die Krankenkassen von 62 Tagen im Jahr 2015 auf derzeit 267 Tage angestiegen ist. „Deshalb fordern wir, dass alle Patientinnen und Patienten gleichberechtigt ab dem Tag der Marktzulassung durch Swissmedic den Zugang zu medizinischen Durchbrüchen erhalten“, wird Katharina Gasser, Chair des Interpharma Executive Committee und Geschäftsführerin von Biogen Schweiz, in der Medienmitteilung zitiert.

Des Weiteren soll sich die Politik um stabilere Beziehungen zur Europäischen Union bemühen. Die Schweizer Pharmaindustrie hängt stark vom Export in die EU ab. „Die gegenwärtige Unsicherheit bezüglich des Verhältnisses mit der EU schafft beträchtliche Planungsunsicherheit für die Unternehmen und schadet bereits heute der Standortattraktivität. Alleine bis 2033 steht für den Pharmasektor eine Wertschöpfung von über 25 Milliarden Franken auf dem Spiel“, wird René Buholzer, CEO von Interpharma, in der Medienmitteilung zitiert.

Zudem lehnt der Verband die 2019 lancierte Initiative „Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt“ von der Interessengemeinschaft Tierversuchsverbot-Initiative strikt ab, wie er auf der Medienkonferenz betonte. „Diese extreme Initiative bedeutet in der Konsequenz ein Forschungsverbot in der Schweiz. Der Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz würde zerstört und die Patientinnen und Patienten würden den Zugang zu neuen Medikamenten verlieren“, wird Jörg Rupp, Präsident von Interpharma und Direktor Pharma International bei Roche, in der Medienmitteilung zitiert. ko

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