Mexiko positioniert sich als Standort für Produktion in Nordamerika 

14. Oktober 2022 12:11

Mexiko-Stadt - Mexiko bietet sich als Standort mit präferentiellem Zugang zu den Vereinigten Staaten auch für Schweizer Firmen an. Zahlreiche Branchen könnten davon profitieren, etwa Automobilzulieferer, Luft- und Raumfahrt, Medtech. Das geht aus einem Bericht der Schweizer Handelskammer in Mexiko und von Switzerland Global Enterprise hervor.

Mexiko bietet sich mit seinem durch das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA erleichterten Zugang zum Konsumentenmarkt der USA als Standort für Produktionen auch für Schweizer Firmen und insbesondere KMU an. Das geht aus einem von der schweizerisch-mexikanischen Handelskammer (Cámara Suizo-Mexicana) herausgegebenem Bericht hervor.

Der Bericht „Mexico Nearshoring Report“ verweist neben dem allgemein günstigen Zugang zu den Märkten in den Vereinigten Staaten durch USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement), dem Nachfolgeabkommen zum früheren Freihandelsabkommen NAFTA, besonders auf die industrielle Entwicklung der Nordregion an der Grenze zu den USA und auf das Wachstumsgebiet der Region Bajío in Zentralmexiko. Dort sind Zulieferbetriebe für den Automobilsektor, den Flugzeugbau aber auch der Medizintechnik angesiedelt. Das Handelsvolumen zwischen Mexiko und den USA lag laut dem Bericht 2021 bei 661 Milliarden Dollar.

Der Bericht der Handelskammer veröffentlicht auch ein Interview mit dem Direktor des Swiss Business Hub Mexico, Rubén Araiza Díaz. Dieser an der Schweizer Botschaft angesiedelte Business Hub soll Schweizer und liechtensteinische KMU bei der Entwicklung ihrer Geschäfte in Mexiko unterstützen. Er vertritt auch die offizielle Schweizer Organisation für Exportförderung und Standortpromotion Switzerland Global Enterprise (S-GE).

Laut dem Swiss Business Hub Mexico liegen die Chancen für Schweizer Unternehmen vor allem darin, dass Zulieferer mehr wertschöpfende und innovative Produkte wie Werkzeuge, Automatisierungssysteme, Robotik und 3D-Druck entwickeln müssen. Allein die Luft- und Raumfahrtindustrie in Mexiko werde bis 2030 ein Volumen von 10,2 Milliarden Dollar erreichen.

Der Markt für medizinische Geräte werde auf 5 Milliarden Dollar geschätzt. Gesucht werden auch Lösungen in den Bereichen künstliche Intelligenz, 3D-Druck und Nanotechnologie. „Es gibt viele Möglichkeiten für Schweizer Exporteure, Nischenprodukte und -dienstleistungen, Werkzeuge und Spezialmaschinen zu entwickeln“, wird der Direktor des Swiss Business Hub zitiert. gba 

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