KPMG warnt vor Folgen eines globalen Steuerumbruchs

03. Mai 2022 12:48

Zürich - Die Steuersätze für Gewinne von Unternehmen liegen in 18 Kantonen unter der geplanten globalen Mindeststeuer. Hier könnten dem Bund Steuereinnahmen in Milliardenhöhe verloren gehen, warnt KPMG Schweiz. Die Beratungsfirma empfiehlt, Standortfaktoren wie den Zugang zu Fachkräften zu fördern.

Mit durchschnittlich 14,7 Prozent Steuern auf Unternehmensgewinne und 33,5 Prozent Steuern auf Spitzeneinkommen bleibe die Schweiz ein attraktiver Standort, schreibt KPMG Schweiz in einer Mitteilung zu ihrer aktuellen Studie Clarity on Swiss Taxes. Hier untersucht die Beratungsgesellschaft die Rolle der Steuern für eine nachhaltige Zukunft. Dabei stehen Ökosteuern, Steuertransparenz und die anstehende globale Mindeststeuer im Fokus eines Umbruchs der globalen Steuerlandschaft. 

Insbesondere beim Thema globale Mindestbesteuerung sieht KPMG für die Schweiz Handlungsbedarf. Aktuell erheben 18 Kantone einen geringeren als den von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgesehenen Mindestgewinnsteuersatz von 15 Prozent. Die entsprechende Differenz könnte im Ausland besteuert werden, warnt KPMG. „Dem Schweizer Fiskus würden gemäss Schätzungen des Bundes zumindest kurzfristig Steuereinnahmen von rund 1 bis 2,5 Milliarden Franken entgehen, auf die er angesichts der Pandemiefolgen und der anstehenden Herausforderungen nicht verzichten sollte“, wird Olivier Eichenberger, Steuerexperte bei KPMG, in der Mitteilung zitiert. 

Aber auch bei rechtzeitiger Anpassung der eigenen Steuersätze werde die globale Mindeststeuer Auswirkungen auf die Position der Schweiz im internationalen Standortwettbewerb haben, schreibt KPMG. Stefan Kuhn, Leiter der Steuer- und Rechtsberatung von KPMG, empfiehlt der Schweiz daher, „ihre anderen Standortfaktoren wie den Zugang zu Fachkräften oder flexible Arbeitsmarktbedingungen gezielt zu pflegen“. hs 

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