Konjunkturforscher erwarten keine Rezession

05. Oktober 2022 13:35

Zürich - Laut der Prognose der Konjunkturforschungsstelle KOF wird das Bruttoinlandprodukt in diesem Jahr um 2,3 Prozent steigen, im kommenden Jahr um 1 Prozent. Damit sieht das Basisszenario der Forschenden in der Schweiz keine Rezession voraus.

Nach den Berechnungen der an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) angesiedelten KOF kann die Schweiz eine technische Rezession, also zwei negative Quartalsveränderungen in Folge, vermeiden. In ihrer aktuellen Konjunkturprognose geht die KOF für 2022 von einer Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2,3 Prozent aus.

Für das kommende Jahr erwartet sie laut einer Medienmitteilung einen Anstieg des realen und um sportliche Grossereignisse bereinigten BIP von 1 Prozent und 2024 von 1,7 Prozent. Ab Mitte nächsten Jahres dürfte demzufolge der Preisdruck deutlich nachlassen. Dann werde die Schweizerische Nationalbank die zuvor erhöhten Leitzinsen wieder in kleinen Schritten senken.

Dazu rechnet die KOF in ihrem günstigen Szenario in diesem Winter mit keiner wesentlichen Rationierung von Gas. Jedoch fiele in negativeren Szenarien, etwa bei gänzlich unterbrochenen Erdgas- und Erdöllieferungen aus Russland, das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr mit 2,1 Prozent nur wenig geringer aus. Doch 2023 würde die Schweizer Wirtschaft um 0,4 Prozent schrumpfen.

Angesichts der trüben Konjunkturperspektiven kommt der Beschäftigungsaufbau während zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zum Erliegen. Die Arbeitslosenquote bleibt aber 2023 auf dem historisch tiefen Niveau von 2019. Zudem erwartet die KOF, dass Kaufkraftverluste durch den Anstieg der Konsumentenpreise mit höheren Nominallöhnen ausgeglichen werden. Reallohngewinne resultieren daraus jedoch nicht. mm

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