Kandidierende mit Migrationshintergrund werden diskriminiert

28. Juli 2021 14:29

Luzern - Kandidierende mit einem ausländisch klingenden Namen werden bei Wahlen öfter von den Listen gestrichen und selten kumuliert oder panaschiert. Dies zeigen Luzerner Forschende in einer Studie auf. Aussichtsreiche Listenplätze könnten der Diskriminierung entgegenwirken.

Personen mit einem Migrationshintergrund bildeten zwar „einen zentralen Bestandteil der Schweizer Bevölkerung“, seien in den Parlamenten des Landes auf allen Ebenen jedoch „stark untervertreten“, schreibt die Universität Luzern in einer Mitteilung. Forschende der Universität haben untersucht, ob sich dies auf eine Diskriminierung von Kandidierenden mit ausländisch klingendem Namen zurückführen lässt. Die entsprechende Studie von Nenad Stojanović und Lea Portmann wurde unlängst publiziert.

Die Studie zeige, „dass die Wahlchancen von Kandidierenden mit keinem typischen Schweizer Namen auf zweifache Weise beschnitten werden“, heisst es in der Mitteilung weiter. Auf der Grundlage umfassender Daten der Nationalratswahlen 2105 haben die Forschenden festgestellt, das Kandidierende mit ausländisch klingendem Namen „öfters von den Parteilisten gestrichen werden, als solche mit typisch schweizerischen Namen“. Gleichzeitig werden die Stimmen für Kandidierende mit schweizerisch klingendem Namen häufiger kumuliert oder panaschiert als Kandidierende mit vermeintlichem Migrationshintergrund.

Beide Formen der Diskriminierung könnten für den Wahlerfolg ausschlaggebend sein, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Die Parteien hätten jedoch die Möglichkeit, der Unterrepräsentation entgegenzuwirken, „indem Sie Kandidierenden mit einem Migrationshintergrund aussichtsreichere Listenplätze zugestehen“. hs

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