Immunzellen aus dem Knochenmark erschweren Krankheitsverlauf

08. Juli 2022 12:09

Zürich - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben herausgefunden, dass der Ersatz von embryonalen Immunzellen durch solche aus dem Knochenmark den Verlauf von Infektionen der Lunge erschwert. Ihre Forschungen an Mäusen lassen Rückschlüsse auf Parallelen beim Menschen zu.

Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben einen Zusammenhang zwischen der Art von Immunzellen und der Schwere einer Infektion der Lunge nachgewiesen. Sie zeigten in Versuchen mit Mäusen auf, dass langlebige embryonale Fresszellen des Immunsystems – sogenannte Markophagen – bei einer Infektion mit einem echten Grippevirus absterben und durch solche aus dem Knochenmark ersetzt werden. 

„Bislang dachte man, dass die aus dem Knochenmark stammenden Makrophagen die gleiche Funktion haben wie die aus der fötalen Leber stammenden Lungenmakrophagen“, werden die Erstautorinnen der entsprechenden Studie, Federica Piattini und Fengqi Li, in einer Mitteilung der ETH zitiert. Ihre Forschungen zeigten aber, dass die aus dem Knochenmark stammenden Markophagen eine starke Entzündungsreaktion verursachen. 

Die Forschungen zeigten darüber hinaus, dass die embryonalen Immunzellen auch ohne Infektion im Laufe des Alterungsprozesses durch Markophagen aus dem Knochenmark ersetzt werden. Eine Transplantation solcher Markophagen aus alten in junge Mäuse habe bei diesen zu einer schweren Grippe mit tödlichem Ausgang geführt, schreibt die ETH. 

Den Forschern zufolge lassen die Mäuseversuche Rückschlüsse auf den Menschen zu. „Es gibt Hinweise auf parallele Prozesse bei COVID-19“, erläutert Studienleiter Manfred Kopf in der Mitteilung. Ihr zufolge hat eine frühere Studie einen Zusammenhang zwischen der Art der Markophagen und dem Verlauf einer Lungeninfektion mit COVID-19 nachgewiesen. Zudem sei das Risiko für einen schweren Verlauf einer Grippe- oder Coronavirusinfektion bei alten Menschen deutlich erhöht. hs

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