HSG untersucht Akzeptanz von alternativen Proteinen

25. Oktober 2021 10:40

St.Gallen - Die Universität St.Gallen (HSG) hat eine Studie über die Akzeptanz alternativer Proteine bei Verbraucherinnern und Verbrauchern erstellt. Lebensmittel aus pflanzlichen Proteinen sind demnach die beliebteste Alternative. An die Akzeptanz von tierischen Proteinen kommen sie aber nicht heran.

Die Universität St.Gallen hat Verbraucherinnern und Verbraucher in der Schweiz, Deutschland und Österreich zu ihrer Meinung über alternative Proteine befragt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Die HSG bezeichnet alternative Proteine darin als Schlüsselfaktor, da die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 56 Prozent steigen müsse, um dann für die Weltbevölkerung ausreichend zu sein. Das HSG FoodTech Lab hat für die Studie fünf Arten alternativer Proteine definiert: pflanzliche, algenbasierte, insektenbasierte, fermentierte und im Labor gezüchtete Proteine.

Bei 75,3 Prozent der Befragten sind pflanzliche Proteine die beliebtesten alternativen Proteine. Sie würden dafür auch den höchsten Preis unter den angegebenen Alternativen zahlen. Allerdings liegt dieser Preis immer noch um 17 Prozent unter dem Preis, der für Produkte aus tierischen Proteinen gezahlt werden würde. 54 Prozent der Befragten gaben an, sich vorstellen zu können, in Zukunft tierische Proteine durch alternative Proteine zu ersetzen. Tierschutz, die Umwelt und die eigene Gesundheit wurden dafür als Gründe genannt. Bei den weiteren Alternativen kommen algenbasierte und fermentierte Proteine auf eine Akzeptanz von mehr als 60 Prozent. Insektenbasierte Proteine bilden mit 30,7 Prozent das Schlusslicht.

Teil der Studie ist zudem der finanzielle Aspekt. So habe der weltweite Markt für alternative Proteine aktuell einen Umfang von 15 Milliarden Dollar, bis 2025 erwartet die HSG eine Steigerung auf 22,8 Milliarden Dollar. Bei den Investitionen konnte die HSG bereits einen deutlichen Anstieg ausmachen. So seien zwischen 2015 und 2017 insgesamt 0,6 Milliarden Euro in Start-ups für alternative Proteine investiert worden. Seit 2017 hingegen bereits 7,4 Milliarden Euro. Davon profitieren auch Jungunternehmen aus dem HSG-Umfeld. So die Berliner Formo, die bei einer Finanzierungsrunde 42 Millionen Euro einnehmen konnte, oder Planted aus Kemptthal ZH, die 19 Millionen Franken erhalten hat. Beide Firmen sind von HSG-Alumni mitgegründet worden. jh

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