Forschungsprojekt für stabile Energieversorgung startet

05. Mai 2021 12:23

Villigen AG - Das Bundesamt für Energie hat ein neues Forschungsprogramm für mehr Stabilität und Unabhängigkeit der Schweizer Energieversorgung ausgeschrieben. Das erste Projekt der Ausschreibung umfasst ein Fördervolumen in Höhe von 6 Millionen Franken und hat jetzt begonnen.

Unter der Federführung des Paul Scherrer Instituts (PSI) in Villigen untersuchen Forschende aus zehn Institutionen, wie die Energieversorgung in der Schweiz zukünftig möglichst nachhaltig und dabei störungsfrei erfolgen kann. Dafür erhalten sie vom Bundesamt für Energie Fördergelder in Höhe von 6 Millionen Franken. Unter dem Namen SURE, kurz für SUstainable and Resilient Energy for Switzerland, ist das Forschungsprojekt jetzt gestartet, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Anlass für die Ausschreibung des Bundes namens SWEET (SWiss Energy research for the Energy Transition) sei ein Zwischenfall im Europäischen Stromnetz am 8. Januar. Dieser habe beinahe zu einem Zusammenbruch der Stromversorgung in ganz Europa geführt. Nur durch gezieltes Abschalten von Verbrauchern in Frankreich und Italien sei ein Blackout verhindert worden. Der Vorfall zeige: Selbst in hoch entwickelten Ländern kann es zu schweren Störungen der Energieversorgung kommen, heisst es in der Medienmitteilung.

Um die Schweiz vor solchen technischen Ausfällen, aber auch anderen disruptiven Ereignissen wie Naturkatastrophen oder politischen Schocks zu schützen, wollen die Forschenden in den kommenden sechs Jahren ausgewählte Ereignisse untersuchen. Diese sollen aufzeigen, welche Faktoren das Schweizer Energiesystem der Zukunft beeinflussen könnten.

Dazu stehen die Wissenschaftler von Anfang an in Austausch mit 16 Partnern aus der Praxis, darunter Gemeinden, Energieversorgern und Politik. Gemeinsam wollen die Akteure in regelmässigen Workshops herausfinden, wie die Versorgung einerseits resilient und gleichzeitig im Sinne der Energiestrategie 2050 des Bundes nachhaltig gestaltet werden kann. Denn beim Umbau der Energiewirtschaft für die Zukunft spielen auch Faktoren wie die Akzeptanz neuer Technologien in der Bevölkerung, die Ausgestaltung von Förderinstrumenten sowie regulatorische Rahmenbedingungen eine Rolle.

All diese Abhängigkeiten, Dimensionen und mögliche Zielkonflikte sollen in ganzheitlichen Rechenmodellen erfasst werden. Das ist Neuland für die Forschenden. Daher kooperieren sie mit drei anderen SWEET-Projekten, die sich mit Innovationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 beschäftigen. ko

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